Gedenken an Enver Şimşek

09.09.2019 | 18:00 | Parkbucht in der Liegnitzer Straße

17:30 | Nelson-Mandela-Platz | Treffpunkt für die gemeinsame Anreise mit dem Fahrrad

Alternativ fährt der Stadtbus 59 von Langwasser Süd zur Oelser Str., von dort sind es nur wenige Meter in Fahrtrichtung die Straße zurück zum Tatort

Hiç unutmadık! Niemand wird vergessen!

Enver Şimşek, Inhaber eines Blumengroßhandels, wurde am 09.09.2000 an seinem mobilen Blumenstand in der Liegnitzer Straße zum ersten Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds.
In den darauffolgenden Jahren wurden die Hinterbliebenen wie auch die Familien der anderen NSU-Opfer in Täter-Opfer-Umkehr polizeilich schickaniert. Während das Umfeld der Ermordeten früh Neonazis hinter den Taten vermutete, sprachen Ermittlungsbehörden, Politik, Medien und Öffentlichkeit unisono von der „Türken-Mafia“ und kriminellen Milieus. Semiya Şimşek schreibt in ihrem Buch „Schmerzliche Heimat“: „Elf Jahre durften wir nicht einmal reinen Gewissens Opfer sein“. Adile Şimşek, der Witwe von Enver Şimşek, wurden beispielsweise Fotos einer Frau vorgelegt, mit der ihr Mann angeblich ebenfalls zwei Kinder gehabt hätte. Die Telefone der Familie wurden überwacht, das Auto verwanzt.
Die Hoffnung der Angehörigen nach lückenloser Aufklärung wurde im NSU-Prozess in München mit Füßen getreten. Zahlreiche Fragen blieben unbeantwortet, zahllose sind dazugekommen. Die Verbindungen des NSU nach Nürnberg sind bis heute nicht aufgeklärt. Unklar ist auch, ob Susann Eminger in den Bombenanschlag auf die Kneipe Sonnenschein in der Nürnberger Scheurlstraße involviert war. Nach Recherchen von Journalist*innen hatte das Kerntrio gute Kontakte in die regionale Neonaziszene, es war häufig in Nürnberg zu Gast, Neonazi-Kader aus Nürnberg tauchen auf der Telefonliste des NSU auf.
Solange die Aufklärung des NSU-Komplexes aussteht und die gesellschaftlichen Bedingungen für militante Neonazistrukturen und rassistischen Terror fortbestehen, bleiben die Orte, an denen der NSU mordete und bombte, offene Wunden. Wir rufen deshalb dazu auf, Enver Şimşek an der Parkbucht in der Liegnitzer Straße zu gedenken, wo ihm das Leben genommen wurde.


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