Das Schweigen durchbrechen! http://schweigendurchbrechen.blogsport.de antifaschistische initative Wed, 21 Oct 2020 08:16:00 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Unsere Homepage ist umgezogen http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2020/04/15/unsere-homepage-ist-umgezogen/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2020/04/15/unsere-homepage-ist-umgezogen/#comments Wed, 15 Apr 2020 14:38:12 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2020/04/15/unsere-homepage-ist-umgezogen/ hier ]]> Da Blogsport demnächst offline geht, ist unsere Homepgae umgezogen.
Unsere neue Seite findet ihr --> hier

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Reihe: Feminismus oder Barbarei II 2019 http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/10/04/reihe-feminismus-oder-barbarei-ii/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/10/04/reihe-feminismus-oder-barbarei-ii/#comments Fri, 04 Oct 2019 11:12:57 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/10/04/reihe-feminismus-oder-barbarei-ii/

Das ist die Vortragsreihe von 2019! Die aktuelle Vortragsreihe findet ihr auf unserer neuen Homepage unter

https://dasschweigendurchbrechen.wordpress.com/2020/09/27/feminismus-oder-barbarei-iii/

Zu unserer gleichnamigen Veranstaltungsreihe im vorherigen Jahr schrieben wir, dass wir den Feminismus als Basis gesellschaftlicher Emanzipation betrachten. An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert. Der Titel FEMINISMUS ODER BARBAREI ist Ausdruck unserer Überzeugung, dass eine positive und nachhaltige Veränderung der Verhältnisse nicht ohne feministische Kritik zu haben ist. Gerade angesichts der Offensive explizit antifeministischer Bewegungen, die Frauen*rechte in ihren Fundamenten angreifen und starre Vorgaben hinsichtlich sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität durchsetzen wollen, halten wir die Auseinandersetzung mit feministischen Theorien, Kämpfen und Utopien weiterhin für unumgänglich. Mit der Fortsetzung dieser Reihe wollen wir Räume eröffnen, um einerseits über einige Akteur*innen des Antifeminismus und andererseits über gegenwärtige feministische Theorien, Kämpfe und Utopien zu diskutieren. Wir wollen zur Entwicklung einer politischen Praxis beitragen, die feministische Erkenntnisse kontinuierlich aufgreift und reflektiert.

03.10., 19:30 Uhr: Beziehungsweise Revolution: Das Geschlecht der Revolution – Vortrag von Bini Adamczak im Zentrum Wiesengrund Erlangen auf Einladung der Gruppe Antithese

04.10., 18:30 Uhr: Beziehungsweise Revolution: Postrevolutionäre Depression – Vortrag von Bini Adamczak in der Kantine

Entlang vergangener Revolutionen unternimmt Bini Adamczak in ihrem Buch »Beziehungsweise Revolution« den Versuch, der Geschichte eine Sprache abzuringen. Eine Sprache, die traurige Revolutionärinnen trösten, Geschichte neu enden lassen könnte und ausdrückt, was zu oft unausgesprochen und unartikuliert bleibt: Das Begehren nach einer anderen, einer solidarischen Gesellschaft. Bini Adamczak schreibt über kommunistische Theorie und Praxis und setzt die Ereignisse der revolutionären Bedingungen von 1917 und 1968 in ein Verhältnis der gegenseitigen Betrachtung und Kritik, das die Geschlechterverhältnisse in Vergangenheit und Gegenwart klar in den Blick nimmt. Wir möchten mit der Autorin über das Alte und das Neue sprechen, über vielfältige Missverständnisse, unabgegoltenes Begehren, die gegenwärtigen Verhältnisse und die Bedeutung der Geschlechter- und (Re-)Produktionsverhältnisse. Was braucht revolutionäre Theorie um nicht nur Schmuckkante der verheerenden Gegenwart zu sein? Wie heben wir die scharfen Trennungen zwischen Affektivität und Rationalität, Privatheit und Öffentlichkeit, aktiv und passiv auf? Beziehungsweise: Warum bildet das Geschlechterverhältnis nicht bloß den altbekannten Nebenwiderspruch, sondern liegt im »Herzen der Revolution«?

22.10., 19:00 Uhr: She works hard – Filmvorführung und Diskussion im Filmhaus

D 2017, 55 Min., Deutsch, Regie: Kathrin Lemcke, mit: Paula Bulling, Hanna Bergfors, Kornelia Kugler, Konstanze Schmitt, Bini Adamczak, Markues, Noam Gorbat, Kathrin Lemcke u. a.
Im 21. Jahrhundert findet Arbeit zunehmend individualisiert statt, um neoliberalen Marktanforderungen zu entsprechen. Künstler*innen waren und sind Teil der Avantgarde dieser Entwicklung.
Ausgehend von einem zeitgenössischen Berliner Co-Working Space beginnt die Filmemacherin, utopische Formen von Arbeit zu erkunden. Sie spricht mit Kulturschaffenden über deren individuellen Vorstellungen und beobachtet einen ersten Versuch, eine gemeinsame Utopie zu entwickeln. Indem über eine Gesellschaft nachgedacht wird, in der anders gearbeitet und gelebt wird, werden Auswege aus prekären künstlerischen Arbeitsverhältnissen vorgestellt.

31.10., 19.30 Uhr: Auf dem Fleischmarkt untenrum frei unterwegs: Zur Kritik des Wiederholungszwangs pop-feministischer Erfahrungsliteratur in der Gegenwart – Vortrag von Constanze Stutz in der Desi

Populäre Texte über Feminismus und weibliche Erfahrung in der Gegenwart von Autorinnen wie Laurie Penny und Margarete Stokowski beginnen bei ihrer eigenen Gewordenheit: Wie wurde ich von dieser Gesellschaft zur Frau gemacht und was kann ich gegen die Gewalttätigkeit tun, die diesem Prozess immer auch eingeschrieben ist? Ihre feministische Erfahrungsliteratur ist dabei zugänglich, unterhaltend und kathartisch in der Darstellung des beißenden Unbehagens mit der eigenen weiblichen Subjektwerdung in einer patriarchal-kapitalistischen Gesellschaft und vieles von dem, was sie schreiben ist richtig und notwendig. In letzter Konsequenz bleiben beide jedoch bei einer individualistischen Herstellung von weiblicher Handlungsfähigkeit stehen, deren Befreiungsversuche allein vereinzelte Strategien des weiblichen Empowerments anbieten.
Der Vortrag möchte daher das Verhältnis von Erfahrung als Selbsterfahrung und Erfahrung als Grundlage für individuelle und gesellschaftliche Veränderung in populärer feministischer Literatur vermessen und durch eine Analyse der Funktion von Erfahrung im Schreiben von Laurie Penny und Margarete Stokowski dem widersprüchlichen Verhältnis von Pop und Feminismus in der Gegenwart nachgehen.
Constanze Stutz ist Redaktionsmitglied der Zeitschrift outside the box-Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik. Sie lebt und schreibt in Leipzig.

12.11., 18:30 Uhr: Geschlechterkonstruktionen der “Neuen Rechten” – Vortrag von Alex Schmidt in der Kantine

In den letzten Jahren konnte man beobachten, wie antifeministische sowie gegen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt gerichtete Kampagnen ein breites Spektrum von Konservativen über christliche Fundamentalisten bis hin zur Extremen Rechten vereinen konnten. Die wütende Verteidigung des „biologischen Geschlechts“ und der angeblich im Kern bedrohten Familie sowie der Kampf gegen „Political Correctness“ und Gender Mainstreaming sind eine Reaktion dieses Spektrums auf die Veränderung der Geschlechterverhältnisse in den letzten Jahrzehnten und die Herausforderung des heteronormativen Geschlechterarrangements insbesondere durch die Kämpfe der feministischen und der LGBTI-Bewegung.
Geschlecht und Geschlechterverhältnisse gelten dank dieser Kämpfe zumindest in Teilen der Gesellschaft nicht mehr als natur- oder gottgegebene Tatsachen, sondern als veränderbare gesellschaftliche Verhältnisse. Geschlecht wieder als unverrückbare Naturtatsache zu etablieren und die Errichtung einer starren Geschlechterordnung, in der Verstöße nicht geduldet werden, sind zentrale Anliegen der sogenannten „Neuen Rechten“ in Deutschland. In diesem Vortrag soll gezeigt werden, welche Funktionen und welchen Stellenwert die Kategorie Geschlecht in der „neu-rechten“ Ideologie hat.

16.11., 14 Uhr: Squirt ain’t pee: Über die weibliche Ejakulation – Workshop mit Carmen Westermeier im Arsch und Friedrich
(Anmeldung erwünscht: schweigendurchbrechen[at]riseup.net) FLINT* only

I am not an gynecologist, but let’s have a look at it.
Moment, hast du gerade gepinkelt? – das oder ähnliches höre ich beim Sex des öfteren… Nicht nur ich war von meiner ersten Ejakulation überrascht, es ist allgemein etwas, worüber wir nicht viel reden oder aufgeklärt werden. Obwohl gerade in diesem Moment 171738 Videos in der Kategorie Squirting auf pornhub zu finden sind. Von der Fetischisierung, zu Tabuisierung, falschen Informationen, über die Geschichte hin zum aktuellen medizinischen Umgang: In diesem Workshop berichte ich über die Ergebnisse meiner Recherche rund um die weibliche Ejakulation. Zusammen werden wir Texte lesen, Videos analysieren, Erfahrungen austauschen, unsere Anatomie neu kennenlernen uvm. Let’s reclaim our bodies and sexuality!

28.11., 19:30 Uhr: Patriarchat im Wandel: Die Frauen*rechtsbewegung in der Türkei – Vortrag von Ramona Deniz in der Desi

In der Türkei wurden nach der Republiksgründung 1923 bereits erste frauenrechtliche Erfolge, wie das frühe Frauenwahlrecht, erreicht. Diese positiven Entwicklungen stagnierten jedoch und entwickelten sich sogar mehr und mehr zurück. In der aktuellen politischen Situation werden Frauen in der Türkei mit zwei gesellschaftlichen Erwartungshaltungen konfrontiert: Zum einen werden sie nur als Ehefrauen oder Mütter verstanden, deren feministische Anliegen konstant ausgehöhlt werden. Zum anderen fördert die neoliberale Politik der AKP unsichere und unregulierte Arbeitsbedingungen.
Im Vortrag werden die drei Phasen der Frauenbewegung in der Türkei und die wichtigsten Entwicklungen im Kampf gegen patriarchale Strukturen dargestellt: in der ersten Phase der Frauenbewegung in der Türkei wurden zunächst gute Weichen für eine moderne Gesellschaft gelegt, jedoch konnten diese als Produkt einer patriarchalen Gesellschaftsordnung nicht fruchten. Die zweite Phase der Frauenbewegung in den 1970er Jahren war das Werk der Frauen in der Türkei, die sich von unten formierte und kein Produkt türkischer Staatsmänner mehr war. Die jetzige dritte Phase der Frauenbewegung besticht durch die größten zivilgesellschaftlichen Demonstrationen in der Türkei, derer sich erstmals nicht nur Frauen, sondern auch andere Gruppen anschließen, die unter dem autokratischen türkischen Staatssystem leiden. Die Ära Erdoğan lässt eine neue Form des Patriarchats in der Türkei erstarken, welche das Produkt einer Vermischung des soziokulturellen Konservatismus und Neoliberalismus ist. Mitunter als Reaktion auf diese Entwicklungen sind die unterschiedlichen feministischen Strömungen zu verstehen: so erstarken parallel zu antikapitalistischen und kemalistischen Frauenbewegungen auch kurdische und muslimische Frauenkämpfe.

Mitveranstalter: Kurt-Eisner-Verein/Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern
In Kooperation mit: Filmhaus Nürnberg, Desi, Musikverein, Arsch & Friedrich

Bei jeder Veranstaltung der Reihe bieten wir bei Bedarf Kinderbetreuung an.
Anmeldung per Mail an schweigendurchbrechen[at]riseup.net (Anmeldeschluss jeweils ein Tag vor der Veranstaltung)

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Tribunal NSU-Komplex auflösen http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/10/03/tribunal-nsu-komplex-aufloesen-2/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/10/03/tribunal-nsu-komplex-aufloesen-2/#comments Thu, 03 Oct 2019 19:22:33 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/10/03/tribunal-nsu-komplex-aufloesen-2/

Vom 1.-3. November 2019 bringen wir das Tribunal NSU-Komplex auflösen nach Chemnitz und Zwickau.
In Chemnitz und Zwickau lebte das Kerntrio des NSU während seiner Mordserie – eingebunden in ein „Netzwerk von Kameraden“, das bis heute existiert und gesellschaftlich wirksam ist. Hier fanden im Oktober 2018 rechte Hetzjagden auf Migrant*innen statt, es gab Brandanschläge auf migrantische und jüdische Restaurants. Von hier ging und geht eine Welle der rassistischen Mobilisierung durch das Land, aus der die alten Netzwerke des NSU gestärkt hervorgehen.
Macht mit uns gemeinsam die Gesellschaft der Vielen sichtbar, klagt mit uns die Verantwortlichen für rassistische Gewalt an, fordert mit uns Gerechtigkeit ein!

United against Racism – Wir klagen an!

Weitere Infos und Programm

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Antifa Soliparty http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/09/29/antifa-soliparty/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/09/29/antifa-soliparty/#comments Sun, 29 Sep 2019 11:12:08 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/09/29/antifa-soliparty/

If you don‘t like it, you are a cop

Antifa Soliparty mit: Flora X Bgrail DL X MSHA

25.10., Beginn 23 Uhr, Selbstverwaltetes Zentrum Wiesengrund, Wöhrmühle 7, Erlangen

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Demonstration: „Rechte Netzwerke bekämpfen – im Staat und auf der Straße!“ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/08/14/demonstration-rechte-netzwerke-bekaempfen-im-staat-und-auf-der-strasse/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/08/14/demonstration-rechte-netzwerke-bekaempfen-im-staat-und-auf-der-strasse/#comments Wed, 14 Aug 2019 14:02:08 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/08/14/demonstration-rechte-netzwerke-bekaempfen-im-staat-und-auf-der-strasse/ Für eine linke Offensive!
Am 12.10.2019 gehen wir auf die Straße, um gegen Gesetzesverschärfungen und rechten Terror zu demonstrieren.Wir stellen uns mit dieser Demonstration gegen einen immer autoritärer handelnden Staat und das Erstarken der faschistischen Bewegungen.

Auftakt: Nürnberg Plärrer / Gostenhofer Hauptstrasse, 14:00 Uhr

Weitere Infos hier

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Gedenken an Enver Şimşek http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/08/13/gedenken-an-enver-simsek-3/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/08/13/gedenken-an-enver-simsek-3/#comments Tue, 13 Aug 2019 13:45:05 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/08/13/gedenken-an-enver-simsek-3/ 09.09.2019 | 18:00 | Parkbucht in der Liegnitzer Straße

17:30 | Nelson-Mandela-Platz | Treffpunkt für die gemeinsame Anreise mit dem Fahrrad

Alternativ fährt der Stadtbus 59 von Langwasser Süd zur Oelser Str., von dort sind es nur wenige Meter in Fahrtrichtung die Straße zurück zum Tatort

Hiç unutmadık! Niemand wird vergessen!

Enver Şimşek, Inhaber eines Blumengroßhandels, wurde am 09.09.2000 an seinem mobilen Blumenstand in der Liegnitzer Straße zum ersten Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds.
In den darauffolgenden Jahren wurden die Hinterbliebenen wie auch die Familien der anderen NSU-Opfer in Täter-Opfer-Umkehr polizeilich schickaniert. Während das Umfeld der Ermordeten früh Neonazis hinter den Taten vermutete, sprachen Ermittlungsbehörden, Politik, Medien und Öffentlichkeit unisono von der „Türken-Mafia“ und kriminellen Milieus. Semiya Şimşek schreibt in ihrem Buch „Schmerzliche Heimat“: „Elf Jahre durften wir nicht einmal reinen Gewissens Opfer sein“. Adile Şimşek, der Witwe von Enver Şimşek, wurden beispielsweise Fotos einer Frau vorgelegt, mit der ihr Mann angeblich ebenfalls zwei Kinder gehabt hätte. Die Telefone der Familie wurden überwacht, das Auto verwanzt.
Die Hoffnung der Angehörigen nach lückenloser Aufklärung wurde im NSU-Prozess in München mit Füßen getreten. Zahlreiche Fragen blieben unbeantwortet, zahllose sind dazugekommen. Die Verbindungen des NSU nach Nürnberg sind bis heute nicht aufgeklärt. Unklar ist auch, ob Susann Eminger in den Bombenanschlag auf die Kneipe Sonnenschein in der Nürnberger Scheurlstraße involviert war. Nach Recherchen von Journalist*innen hatte das Kerntrio gute Kontakte in die regionale Neonaziszene, es war häufig in Nürnberg zu Gast, Neonazi-Kader aus Nürnberg tauchen auf der Telefonliste des NSU auf.
Solange die Aufklärung des NSU-Komplexes aussteht und die gesellschaftlichen Bedingungen für militante Neonazistrukturen und rassistischen Terror fortbestehen, bleiben die Orte, an denen der NSU mordete und bombte, offene Wunden. Wir rufen deshalb dazu auf, Enver Şimşek an der Parkbucht in der Liegnitzer Straße zu gedenken, wo ihm das Leben genommen wurde.

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Gedenken, aufklären, anklagen: Kein Schlussstrich im NSU-Komplex http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/05/25/gedenken-aufklaeren-anklagen-kein-schlussstrich-im-nsu-komplex/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/05/25/gedenken-aufklaeren-anklagen-kein-schlussstrich-im-nsu-komplex/#comments Sat, 25 May 2019 09:39:20 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/05/25/gedenken-aufklaeren-anklagen-kein-schlussstrich-im-nsu-komplex/
Filmvorführung & Podiumsdiskussion zum 20. Jahrestag des NSU-Anschlags auf das Sonnenschein
23.6. | 18:00 Uhr | Luise the Cultfactory, Scharrerstr. 15

Am 23. Juni 1999 explodierte im Sonnenschein, einer Kneipe in der Nürnberger Scheurlstraße, die erste Bombe des „Nationalsozialistischen Untergrunds“. Mehmet O., der 18-jährige Wirt, wurde schwer verletzt. Im Mittelpunkt der schon nach sechs Monaten ergebnislos eingestellten polizeilichen Ermittlungen standen das Opfer und sein Umfeld. Erst ganze 14 Jahre später enthüllte eine Aussage im NSU-Prozess die Täterschaft des NSU.

Zum 20. Jahrestag des Anschlags auf das Sonnenschein laden wir zu einer Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion ein. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Der Kuaför aus der Keupstraße“ (D 2015 – 92 Min – Deutsch/Türkisch), der die Geschichte des rassistischen Nagelbombenattentats auf die Kölner Keupstraße erzählt. Im Anschluss diskutieren Mitat Özdemir, ehemaliger Vorsitzender der IG Keupstraße, Patrycja Kowalska, Sprecherin der Kampagne „Kein Schlussstrich“, und der Journalist Jonas Miller (u.a. Teil des investigativen Rechercheteams von BR und NN zum NSU) über Parallelen zwischen den Anschlägen in Köln und Nürnberg, strukturellen Rassismus sowie den Stand der Aufklärung im NSU-Komplex.

Gefördert durch die Rosa-Luxenmburg-Stiftung

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Gedenken an İsmail Yaşar und Abdurrahim Özüdoğru http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/05/20/in-gedenken-an-ismail-yasar-und-abdurrahim-oezuedogru/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/05/20/in-gedenken-an-ismail-yasar-und-abdurrahim-oezuedogru/#comments Mon, 20 May 2019 12:40:33 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/05/20/in-gedenken-an-ismail-yasar-und-abdurrahim-oezuedogru/ Am 9. Juni 2005 wurde İsmail Yaşar im von ihm betriebenen „Scharrer Imbiss“ vom Nationalsozialistischen Untergrund brutal hingerichtet. Nur wenige Tage später wollte er Deutschland nach 27 Jahren Arbeit verlassen. Der rassistische Terror des NSU verhinderte dies.
Bereits am 13. Juni 2001 war Abdurrahim Özüdoğru in seiner Änderungsschneiderei den rassistischen Mördern zum Opfer gefallen. Er lebte schon fast 30 Jahre in Deutschland und arbeitete hauptberuflich als Metallfacharbeiter.

Wir rufen dazu auf, den beiden Ermordeten an den Tatorten zu gedenken.

Niemand wird vergessen! Hiç unutmadık!

9.6. | 15:00 Uhr | Scharrerstraße

13.6. | 17:30 Uhr | Ecke Siemens-/Gyulaer Straße

Rassismus tötet! Rasizm öldürüyor!

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Bundesweite Antifa-Demo in Eisenach http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/02/15/bundesweite-antifa-demo-in-eisenach/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/02/15/bundesweite-antifa-demo-in-eisenach/#comments Fri, 15 Feb 2019 11:41:44 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/02/15/bundesweite-antifa-demo-in-eisenach/ wartburginswanken Die Wartburgstadt ins Wanken bringen!
Antifa in die Offensive!
Rechte Hegemonie durchbrechen!

Aufruf zur bundesweiten antifaschistischen Demonstration in Eisenach am 16.03.2019

#eisenach1603

Rechte Mobilisierung und rassistische Vorfälle, wie sie zuletzt in Chemnitz zu beobachten waren, ziehen immer wieder die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. In der Berichterstattung erscheinen diese als besondere Einzelfälle, die alltägliche bundesdeutsche Realität gerät oftmals aus dem Blick: Über rassistisch motivierte Angriffe sowie Überfälle auf politisch Andersdenkende legt sich der bürgerliche Konsens des Schweigens und Verharmlosens. Dies ist Alltag in vielen Orten. Irgendwo in Deutschland ist es immer unerträglich. Auch in Thüringen.
Thüringen kann nicht nur einige rechte Hotspots wie Kahla, Ballstädt und Hildburghausen aufweisen. Thüringens kommerziell erfolgreiche Rechtsrockindustrie versammelt regelmäßig mehrere tausend Besucher*innen in Orten wie Themar. In Thüringen entstand mit THÜGIDA der erfolgreichste PEGIDA-Ableger in Deutschland. Der thüringische AfD-Landesverband zeigt sich als besonders völkisch-nationalistisch…
Die Ignoranz gegenüber rechter Gewalt, wie sie sich auch in Thüringen zeigt, folgt einer langen Tradition. Die Verwobenheit von Neonazi-Strukturen mit (klein-)städtischen Gemeinwesen hat verheerende Folgen: Bewohner*innen decken rassistische Übergriffe oder befürworten sie sogar und die lokale Politik diskreditiert Widerstand gegen diese Zustände als ‚Nestbeschmutzung‘. Auch in Eisenach.
Deshalb werfen wir an diesem Ort beispielhaft ein Schlaglicht auf die Realitäten der deutschen ‚Volksgemeinschaft‘. Wir wollen aufmerksam machen auf die zahlreichen neonazistischen Gewalttaten der letzten Jahre. Und wir wollen auf eine Stadt zeigen, in der solche Übergriffe heruntergespielt und stattdessen Neonazis hofiert werden. Unser Ziel ist es, die rechte Hegemonie in Eisenach anzugreifen, die engagierten Antifaschist*innen vor Ort zu unterstützen und aufzuzeigen, was an vielen Orten in Deutschland Realität ist.
Das Bündnis Irgendwo in Deutschland ruft alle Antifaschist*innen dazu auf, am Samstag den 16.03.2019 nach Eisenach zu kommen!
Gegen die deutschen Zustände, in Eisenach und überall! Gegen die autoritäre Formierung!

Kontinuität rechter Gewalt

Seit einigen Jahren ist in Eisenach ein deutlicher Anstieg an rassistisch und neonazistisch motivierten Übergriffen und Taten zu verzeichnen. So griffen im Frühjahr 2017 zehn bewaffnete Neonazis eine Lesung mit einem linken Fotojournalisten an. Einige Monate später wurde der Gedenkstein für die ehemalige Synagoge mit einem Hakenkreuz beschmiert. Am 8.10.2017 wurde ein 58-jähriger Mann von drei Personen rassistisch beleidigt und verletzt. Am darauffolgenden Wochenende wurde ein Bandmitglied der linken Band Gloomster von zwei Personen mit Pfefferspray angegriffen und mit Schlagstöcken ins Krankenhaus geprügelt. Selbst Kinder und Jugendliche werden von Neonazis bedroht, wie an einer Schule in der Südstadt ebenfalls im Herbst 2017. Von Februar bis April 2018 initiierte die NPD drei rassistische Demonstrationen unter dem Titel „Wir sind das Volk“, denen bis zu 250 Personen folgten. Im September 2018 griffen Kevin Noeske und fünf weitere Neonazis unvermummt in einem Imbiss Linke an. Die gerufene Polizei tauchte erst nach 50 Minuten auf und rechtfertigte ihr spätes Erscheinen damit, dass es in Eisenach Wichtigeres gäbe. Eine Woche später wurde der oben genannte Gedenkstein erneut beschädigt. Die mutmaßlich verantwortlichen Neonazis, die in der Nähe aufgegriffen wurden, trugen nicht nur Pfefferspray, sondern auch Schlagringe und Elektroschocker bei sich. Zudem gab es immer wieder Angriffe und Drohungen gegen das offene Jugend- und Wahlkreisbüro RosaLuxx. Im Vorfeld der Tanzdemo am 13.10.2018 wurde das Büro mit roter Farbe beschmiert und auf dem Boden Morddrohungen hinterlassen.
Diese Angriffe und politischen Aktivitäten von Rechten, die in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen, müssen ernstgenommen und gestoppt werden!
Rechte Hegemonie

Das Erstarken der Neonaziszene in Eisenach wurde durch die Gleichgültigkeit der Eisenacher Einwohner*innen befördert, zum Teil sogar durch offene Zustimmung gestützt.
Mittlerweile prägen Neonazis und andere Rassist*innen das Stadtbild und dominieren die jugend- und subkulturellen Angebote im Umkreis. Wer durch Eisenach spaziert, bemerkt schnell die vielen gesprühten Keltenkreuze, diverse „Nazikiez“-Graffiti und sogar namentliche Drohungen gegen Antifaschist*innen an öffentlichen Hauswänden. Die Stadtverwaltung stören diese Symbole und Schriftzüge jedoch nicht und so bleiben sie oft jahrelang bestehen.
Mit dem Ziel, linke und rechte Künstler*innen zusammenzubringen, stellte die Eisenacher Versorgungs-Betriebe GmbH eine Bahnunterführung für eine Graffiti-Aktion zur Verfügung. Der beauftragte Sprayer Max Kosta holte dazu wissentlich den gewalttätigen Neonazi Kevin Noeske ins Boot. Verantwortlich für den Großteil der Nazi-Sprühereien in Eisenach, durfte dieser sich dann dort ganz legal verewigen.
Außerdem bestimmen rechte Gruppen unter wechselndem Namen das Jugendangebot der Stadt. Der Nationale Aufbau inszeniert sich tagsüber als verantwortungsbewusste, „heimatliebende“ Jugend, beispielsweise durch die Säuberung öffentlicher Grünanlagen. Nachts sprayen sie dann großflächig und machen damit ihre Dominanz im Stadtbild sichtbar. Auch gründete sich 2017 eine Bürgerwehr, deren Facebook-Gruppe Sicherheit für Eisenach knapp 2000 Follower*innen hat, die Gruppe Bürgerwehr Untersuhl, Gerstungen und Umgebung aus dem benachbarten Ort zählt über 2700. Über diese Gruppen verlaufen zahlreiche direkte Kontakte zu organisierten Neonazis und Reichsbürger*innen.
Burschenschaften & Co.

Eisenach kann jedoch mit mehr aufwarten als gut integrierten Neonazi-Kameradschaften. Die Deutsche Burschenschaft, die als Dachverband der sogenannten „schlagenden Verbindungen“ fungiert, initiiert jedes Jahr den Deutschen Burschentag in Eisenach. Feministische Gegenproteste von außerhalb konnten vor Ort nicht Fuß fassen, sodass es seit 2015 keinen öffentlichen Widerspruch mehr gibt. Federführende Mitglieder der Deutschen Burschenschaft haben in den vergangenen Jahren mit rechtsradikalen Positionen auf sich aufmerksam gemacht. So wurde beispielsweise gefordert, dass potentielle Mitglieder neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch einen „Ariernachweis“ erbringen sollten. Hier agieren Neonazikader wie Philip Stein, seinerseits Mitbegründer der rechten NGO Ein Prozent, Inhaber des rechten Verlages Jungeuropa und Vorsitzender der Nazi-Burschenschaft Germania in Marburg. Stein attackierte zusammen mit anderen Neonazis auf dem Landeskongress der Jungen Alternative Hessen 2017 mehrere Journalist*innen. Auch die neurechte Identitäre Bewegung ist in Eisenach aktiv. Diese traten hier erstmals durch eine Banneraktion an der Wartburg in Erscheinung.
Die AfD in Eisenach

Wie überall im Land, macht sich auch in Eisenach so langsam die AfD breit. So ist seit 2014 der Sprecher des Landesvorstandes in der Stadt angekommen. Stefan Möller, der in der bestehenden Legislatur ein Abgeordnetenmandat im Thüringer Landtag inne hat, öffnete in Eisenach ein Bürgerbüro der AfD. 2018 trat die Partei das erste Mal politisch in Erscheinung. Die AfD stellt zur Oberbürgermeisterwahl in 2019 einen Kanditen: Gregor Modos, derzeit Referent der AfD-Landtagsfraktion. Modos sieht als Schwerpunkt in Eisenach, die Linksextremen. Er sagte selbst: „Linksextremismus ist in Eisenach eine große Gefahr, diese tritt massiv im Stadtbild auf.“ Eines seiner Ziele im Wahlkampf ist die Ordnungsbehörde zu reformieren und mit Hunden und ehemaligen Feldjägern der Bundeswehr zu besetzen.
Am 24.4.2018 wollten Vertreter*innen der AfD, unter anderem Björn Höcke, vor dem Opelwerk in Eisenach gemeinsam mit Mitarbeiter*innen für den Erhalt des Werkes demonstrieren. Gewerkschaftsmitglieder und Mitarbeiter*innen von Opel drängten die AfD’ler ab und verwehrten ihnen den Zutritt zur Kundgebung.
Am 1. Mai 2018 organisierte die AfD in Eisenach eine große Kundgebung. Neben Redebeiträgen von Höcke und Jürgen Pohl (Mitglied im Bundestag) war auch Lutz Bachmann als Ehrengast vor Ort.
Im nächsten Jahr sind Kommunalwahlen in Eisenach und es bleibt abzuwarten, in welcher Stärke die AfD in den Stadtrat einzieht.
Das Flieder Volkshaus

Ein zentraler Ort der Begegnung organisierter Neonazis verschiedener Strömungen und Eisenacher Einwohner*innen ist das Flieder Volkshaus. Die Immobilie im Eisenacher Stadtkern wurde im Jahre 2014 von der NPD erworben und dient seither als Austragungsort für Parteiveranstaltungen, rechte Vorträge, Konzertabende und als Treffpunkt für internationale Neonazi-Strukturen wie Combat 18. So spielten hier bereits die Neonazibands Die Lunikoff Verschwörung, Oidoxie und Kategorie C, während zu anderer Zeit die vorbestrafte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck vortragen konnte.
Das Haus fungiert nebenbei auch als Landesgeschäftsstelle der NPD, wo unter anderem der ehemalige NPD-Landeschef und gebürtige Eisenacher Patrick David Wieschke verkehrt. Er ist seit den 1990er Jahren aktiver Neonazi und war Mitglied des Thüringer Heimatschutzes, der Gruppe, aus welcher der NSU hervorging. Im Jahre 2000 organisierte Wieschke einen Sprengstoffanschlag auf einen türkischen Imbiss in Eisenach. Zudem wird davon ausgegangen, dass er Kontakt zum NSU-Kerntrio hielt.
Das Flieder Volkshaus wird außerdem regelmäßig für private Veranstaltungen an die Einwohner*innen der Stadt vermietet, die dort z.B. Familienfeiern abhalten. Es gibt wenig Berührungsängste mit dem rechtsradikalen Veranstaltungszentrum und kaum Hemmungen, die Räume mit gewalttätigen Neonazis zu teilen. So werden über Hochzeiten und Kindergeburtstage die rechten Strukturen mitfinanziert.
Der NSU in Eisenach

Der NSU hatte viele Verbindungen nach Thüringen und enttarnte sich nach einem Banküberfall in Eisenach 2011 selbst. Nachdem die beiden NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in dem Eisenacher Stadtteil Stregda entdeckt wurden, begingen sie Suizid. In den Ermittlungsakten finden sich Hinweise auf lokale Neonazis, die jedoch nie weiterverfolgt wurden. Auch in diesem Zusammenhang zeigt sich, dass das Interesse der Eisenacher Einwohner*innen an den Verbindungen des NSU mit hiesigen Neonazi-Strukturen und der Einbindung des Ortes in die Verbrechen des NSU sehr gering ist. Bei der letzten Gedenkveranstaltung für die Opfer des NSU im November 2017 beteiligte sich so gut wie keine Zivilgesellschaft.
Im Flieder Volkshaus werden dagegen ungestört und unbeachtet Spenden für die Prozesskosten von André Eminger gesammelt, dessen Beteiligung am NSU inzwischen auch gerichtlich nachgewiesen ist.
Abwehr und Verharmlosung

In Eisenach zeigt sich beispielhaft, wie eine Mischung aus Gleichgültigkeit, Ignoranz und stiller sowie offener Zustimmung mitverantwortlich dafür ist, dass Rechte in Eisenach wie überall in Deutschland Aufwind haben. Diese Entwicklung wird durch ein komplexes Zusammenwirken von einzelnen Akteur*innen, gesamtgesellschaftlicher Akzeptanz und dem Herunterspielen durch staatliche Institutionen getragen.
Die Stadt Eisenach inszeniert sich als ‚reflektierte Kulturstätte‘, während zugleich rassistische und neonazistische Umtriebe als Handlungen ‚besorgter Bürger*innen‘ verharmlost werden. Im Jahr 2017 erklärte die Polizei entschlossen: „Eisenach ist kein Angstraum“, obwohl sie mehrfach zu Übergriffen hinzugerufen wurde. Dass Eisenach sehr wohl ein Ort der Angst ist, wissen die Betroffenen der Gewalt leider nur allzu gut – alle anderen interessiert es nicht.
Dies ist nicht spezifisch für Eisenach, sondern ein allzu bekanntes gesamtgesellschaftliches Muster: Rechte Gewalt wird verharmlost, die Übernahme politischer Verantwortung verweigert. Rechtstaatliches Image und deutsche Realität klaffen immer weiter auseinander.
Antifaschistisches Engagement

Doch gibt es in Eisenach seit Jahren auch Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus, Intoleranz und Ausgrenzung einsetzen – zum Beispiel das “Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach”, welches aus verschiedenen Parteien und Verbänden besteht. Regelmäßig organisiert dieses Aktionen für Vielfalt, Religionsfreiheit und gegen Faschismus. Eine parteiunabhängige, autonome Gruppe stellt die “Antifaschistische Linke Eisenach” dar. Diese organisierte in jüngster Vergangenheit eine Tanzdemonstration und versucht mit dezentralen Aktionen, den anhaltenden rechtsextremen Tendenzen etwas entgegenzusetzen. Des weiteren besitzt die Thüringer Landtagsabgeordnete Kati Engel (Die Linke) ihr Jugend- und Wahlkreisbüro “RosaLuxx.” in Eisenach. Das Büro wurde schon mehrfach Zielscheibe für politisch motivierte Sachbeschädigung. Auch gibt es viele junge, alternative Menschen, die immer wieder Opfer von gewalttätigen Übergriffen seitens rechtsextremen Gruppierungen werden. Seit kurzem existiert auch wieder eine “Linksjugend”. Auch Eisenacher Punkbands wie bspw. Gloomster engagieren sich seit Jahren gegen die anhaltenden Zustände.

Mit dem Ziel den rechten Konsens etwas entgegenzusetzen und sich trotz der ständigen Bedrohung durch Neonazis zu organisieren, kam der jährlich an wechselnden Orten im Freistaat stattfindende antifaschistische & antirassistische Ratschlag Thüringen nach Eisenach. So fand der 28. Ratschlag Anfang November 2018 statt. Die Teilnehmer*innen wurden mehrfach von mehreren stadtbekannten Neonazis angegriffen, die unter anderem mit Baseballschlägern bewaffnet waren.

In der Stadt erfahren die antifaschistischen Bemühungen wenig Rückhalt. Das CDU-Kreisvorstandsmitglied Lars-Christian Schröder beschimpfte Aktivist*innen auf Facebook gar als „linke Seuche“ und „Pack“. Nicht zuletzt daran wird deutlich, dass viele Parteipolitiker*innen nicht die gewalttätigen Übergriffe, rechten Symbole oder Neonazi-Konzerte als Bedrohung werten, sondern den Widerstand gegen diese Zustände.
Darum Eisenach

Die Eisenacher Zustände sind dabei als Spiegel gesamtgesellschaftlicher Verhältnisse und rechter Hegemonie in deutschen (Klein-)Städten zu verstehen: Neonazis verschiedener Organisationen mit etablierter Infrastruktur, rechte Dominanz in Stadtbild und Jugendkultur, regelmäßige rassistisch motivierte Angriffe auf Menschen, Einschüchterungen antifaschistischer Aktivist*innen und eine Mehrheitsgesellschaft, die davon nichts wissen will.
Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund einer autoritären Wende der gesamten Gesellschaft: steigende Zahlen rassistischer und antisemitischer Angriffe, Etablierung der AfD in allen Landesparlamenten und im Bundestag, Übernahme rechter Inhalte durch Politiker*innen von CSU bis Linkspartei (in verschiedenen Abstufungen), verschärfte Asyl- und Polizeigesetze, zunehmende Repression gegen Linke, stete Verschiebung der Grenzen des Sagbaren in Politik und Öffentlichkeit, steigende Akzeptanz für autoritäre Politik und Verschwörungstheorien…

Deshalb gehen wir am 16. März 2019 nach Eisenach, um gegen all dies zu demonstrieren: Gegen die Zustände in dieser Stadt, gegen die rechte Vorherrschaft, gegen das Schweigen der Mitte. Aber auch gegen Eisenach als ein Beispiel unter vielen, als Ausdruck der rassistischen Gesellschaft, des völkischen Friedens, des Zusammenhalts der ‚Volksgemeinschaft‘ gegen alles „Undeutsche“. Wir wollen die Antifaschist*innen vor Ort unterstützen, die lokalen Initiativen und Menschen in ihrem antifaschistischen Engagement bestärken! Sie stehen nicht allein!

Kommt nach Eisenach! Unterstützt uns! Fahrt mit uns!
Antifa in die Offensive!

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Fortsetzung #faktischabgeschafft http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/01/25/faktischabgeschafft/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/01/25/faktischabgeschafft/#comments Fri, 25 Jan 2019 14:51:29 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/01/25/faktischabgeschafft/ Screening: „Duvarlar-Mauern-Walls“

„Duvarlar-Mauern-Walls“ ist ein dreisprachiger Dokumentarfilm (türkisch, deutsch und englisch) des Filmemachers Can Candan.
Can Candan kommt 1991 kurz nach der deutschen Vereinigung aus den USA nach Berlin und spricht mit Angehörigen der größten dort lebenden Minderheit: Wie blicken Menschen, die selbst oder deren Eltern aus der Türkei migriert sind, auf den Mauerfall und dessen Folgen? Wie nehmen sie anwachsenden Nationalismus, rassistische Gewalt und die Asyldebatte wahr?

Can Candan, US 2000, 84 Min.

Mi., 13.02.2019, 20:00 /// Stadtteilzentrum Desi, Brückenstraße 23, Nürnberg

Vortrag & Diskussion mit Alexander Thal: „Von Balkan-Sonderlager zum ANKER-Zentrum: Bayerns Experimente mit Flüchtlingsgroßlagern“

Die Bayerische Staatsregierung hat erklärt, die politisch rechte Flanke zur AfD schließen zu wollen, und setzt dazu gnadenlos auf verschiedene Abschreckungsstrategien gegen Flüchtlinge. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Experimente mit Ankunfts- und Rückführungseinrichtungen, Transit- und ANKER-Zentren seit 2015 und die damit verursachten Folgen.

Alexander Thal ist Mitarbeiter des Bayerischen Flüchtlingsrates, einem Verein welcher sich seit 1986 für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen in Bayern und darüber hinaus stark macht.

Mi., 20.02.2019, 20:00 /// Stadtteilzentrum Desi, Brückenstraße 23, Nürnberg

Lecture & Discussion with David Jassey: „Donauwörth and organising against police violence in asylum camps”

Massive police raids in Southern German camps have recently followed a certain pattern. By focusing on the raid in the Donauwörth refugee isolation camp in Bavaria on March 14, 2018 we will analyse this state strategy and wish to discuss the possibilities of organising against it. We give inputs on refugee self-organisation, state violence in Southern German camps and the legal process against the Donauwörth refugees. The focus is on how to build practical solidarity with the victimised people and a wider networking around the issue.

David Jassey was member of the Gambian Integration Committee.

+++ This event will be held in English +++

Thu., 7 March 2019, 20:00 /// Stadtteilzentrum Desi, Brückenstraße 23, Nuremberg

#faktischabgeschafft ist eine bundesweite Veranstaltungsreihe der Kampagne #irgendwoindeutschland zu 25 Jahren Ayslrechtsverschärfung.

Weitere Informationen zu der Kampagne unter: irgendwoindeutschland.org/asylrechtsverschaerfung/

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