Das Schweigen durchbrechen! http://schweigendurchbrechen.blogsport.de antifaschistische initative Fri, 15 Feb 2019 13:46:20 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Bundesweite Antifa-Demo in Eisenach http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/02/15/bundesweite-antifa-demo-in-eisenach/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/02/15/bundesweite-antifa-demo-in-eisenach/#comments Fri, 15 Feb 2019 11:41:44 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/02/15/bundesweite-antifa-demo-in-eisenach/ wartburginswanken Die Wartburgstadt ins Wanken bringen!
Antifa in die Offensive!
Rechte Hegemonie durchbrechen!

Aufruf zur bundesweiten antifaschistischen Demonstration in Eisenach am 16.03.2019

#eisenach1603

Rechte Mobilisierung und rassistische Vorfälle, wie sie zuletzt in Chemnitz zu beobachten waren, ziehen immer wieder die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. In der Berichterstattung erscheinen diese als besondere Einzelfälle, die alltägliche bundesdeutsche Realität gerät oftmals aus dem Blick: Über rassistisch motivierte Angriffe sowie Überfälle auf politisch Andersdenkende legt sich der bürgerliche Konsens des Schweigens und Verharmlosens. Dies ist Alltag in vielen Orten. Irgendwo in Deutschland ist es immer unerträglich. Auch in Thüringen.
Thüringen kann nicht nur einige rechte Hotspots wie Kahla, Ballstädt und Hildburghausen aufweisen. Thüringens kommerziell erfolgreiche Rechtsrockindustrie versammelt regelmäßig mehrere tausend Besucher*innen in Orten wie Themar. In Thüringen entstand mit THÜGIDA der erfolgreichste PEGIDA-Ableger in Deutschland. Der thüringische AfD-Landesverband zeigt sich als besonders völkisch-nationalistisch…
Die Ignoranz gegenüber rechter Gewalt, wie sie sich auch in Thüringen zeigt, folgt einer langen Tradition. Die Verwobenheit von Neonazi-Strukturen mit (klein-)städtischen Gemeinwesen hat verheerende Folgen: Bewohner*innen decken rassistische Übergriffe oder befürworten sie sogar und die lokale Politik diskreditiert Widerstand gegen diese Zustände als ‚Nestbeschmutzung‘. Auch in Eisenach.
Deshalb werfen wir an diesem Ort beispielhaft ein Schlaglicht auf die Realitäten der deutschen ‚Volksgemeinschaft‘. Wir wollen aufmerksam machen auf die zahlreichen neonazistischen Gewalttaten der letzten Jahre. Und wir wollen auf eine Stadt zeigen, in der solche Übergriffe heruntergespielt und stattdessen Neonazis hofiert werden. Unser Ziel ist es, die rechte Hegemonie in Eisenach anzugreifen, die engagierten Antifaschist*innen vor Ort zu unterstützen und aufzuzeigen, was an vielen Orten in Deutschland Realität ist.
Das Bündnis Irgendwo in Deutschland ruft alle Antifaschist*innen dazu auf, am Samstag den 16.03.2019 nach Eisenach zu kommen!
Gegen die deutschen Zustände, in Eisenach und überall! Gegen die autoritäre Formierung!

Kontinuität rechter Gewalt

Seit einigen Jahren ist in Eisenach ein deutlicher Anstieg an rassistisch und neonazistisch motivierten Übergriffen und Taten zu verzeichnen. So griffen im Frühjahr 2017 zehn bewaffnete Neonazis eine Lesung mit einem linken Fotojournalisten an. Einige Monate später wurde der Gedenkstein für die ehemalige Synagoge mit einem Hakenkreuz beschmiert. Am 8.10.2017 wurde ein 58-jähriger Mann von drei Personen rassistisch beleidigt und verletzt. Am darauffolgenden Wochenende wurde ein Bandmitglied der linken Band Gloomster von zwei Personen mit Pfefferspray angegriffen und mit Schlagstöcken ins Krankenhaus geprügelt. Selbst Kinder und Jugendliche werden von Neonazis bedroht, wie an einer Schule in der Südstadt ebenfalls im Herbst 2017. Von Februar bis April 2018 initiierte die NPD drei rassistische Demonstrationen unter dem Titel „Wir sind das Volk“, denen bis zu 250 Personen folgten. Im September 2018 griffen Kevin Noeske und fünf weitere Neonazis unvermummt in einem Imbiss Linke an. Die gerufene Polizei tauchte erst nach 50 Minuten auf und rechtfertigte ihr spätes Erscheinen damit, dass es in Eisenach Wichtigeres gäbe. Eine Woche später wurde der oben genannte Gedenkstein erneut beschädigt. Die mutmaßlich verantwortlichen Neonazis, die in der Nähe aufgegriffen wurden, trugen nicht nur Pfefferspray, sondern auch Schlagringe und Elektroschocker bei sich. Zudem gab es immer wieder Angriffe und Drohungen gegen das offene Jugend- und Wahlkreisbüro RosaLuxx. Im Vorfeld der Tanzdemo am 13.10.2018 wurde das Büro mit roter Farbe beschmiert und auf dem Boden Morddrohungen hinterlassen.
Diese Angriffe und politischen Aktivitäten von Rechten, die in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen, müssen ernstgenommen und gestoppt werden!
Rechte Hegemonie

Das Erstarken der Neonaziszene in Eisenach wurde durch die Gleichgültigkeit der Eisenacher Einwohner*innen befördert, zum Teil sogar durch offene Zustimmung gestützt.
Mittlerweile prägen Neonazis und andere Rassist*innen das Stadtbild und dominieren die jugend- und subkulturellen Angebote im Umkreis. Wer durch Eisenach spaziert, bemerkt schnell die vielen gesprühten Keltenkreuze, diverse „Nazikiez“-Graffiti und sogar namentliche Drohungen gegen Antifaschist*innen an öffentlichen Hauswänden. Die Stadtverwaltung stören diese Symbole und Schriftzüge jedoch nicht und so bleiben sie oft jahrelang bestehen.
Mit dem Ziel, linke und rechte Künstler*innen zusammenzubringen, stellte die Eisenacher Versorgungs-Betriebe GmbH eine Bahnunterführung für eine Graffiti-Aktion zur Verfügung. Der beauftragte Sprayer Max Kosta holte dazu wissentlich den gewalttätigen Neonazi Kevin Noeske ins Boot. Verantwortlich für den Großteil der Nazi-Sprühereien in Eisenach, durfte dieser sich dann dort ganz legal verewigen.
Außerdem bestimmen rechte Gruppen unter wechselndem Namen das Jugendangebot der Stadt. Der Nationale Aufbau inszeniert sich tagsüber als verantwortungsbewusste, „heimatliebende“ Jugend, beispielsweise durch die Säuberung öffentlicher Grünanlagen. Nachts sprayen sie dann großflächig und machen damit ihre Dominanz im Stadtbild sichtbar. Auch gründete sich 2017 eine Bürgerwehr, deren Facebook-Gruppe Sicherheit für Eisenach knapp 2000 Follower*innen hat, die Gruppe Bürgerwehr Untersuhl, Gerstungen und Umgebung aus dem benachbarten Ort zählt über 2700. Über diese Gruppen verlaufen zahlreiche direkte Kontakte zu organisierten Neonazis und Reichsbürger*innen.
Burschenschaften & Co.

Eisenach kann jedoch mit mehr aufwarten als gut integrierten Neonazi-Kameradschaften. Die Deutsche Burschenschaft, die als Dachverband der sogenannten „schlagenden Verbindungen“ fungiert, initiiert jedes Jahr den Deutschen Burschentag in Eisenach. Feministische Gegenproteste von außerhalb konnten vor Ort nicht Fuß fassen, sodass es seit 2015 keinen öffentlichen Widerspruch mehr gibt. Federführende Mitglieder der Deutschen Burschenschaft haben in den vergangenen Jahren mit rechtsradikalen Positionen auf sich aufmerksam gemacht. So wurde beispielsweise gefordert, dass potentielle Mitglieder neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch einen „Ariernachweis“ erbringen sollten. Hier agieren Neonazikader wie Philip Stein, seinerseits Mitbegründer der rechten NGO Ein Prozent, Inhaber des rechten Verlages Jungeuropa und Vorsitzender der Nazi-Burschenschaft Germania in Marburg. Stein attackierte zusammen mit anderen Neonazis auf dem Landeskongress der Jungen Alternative Hessen 2017 mehrere Journalist*innen. Auch die neurechte Identitäre Bewegung ist in Eisenach aktiv. Diese traten hier erstmals durch eine Banneraktion an der Wartburg in Erscheinung.
Die AfD in Eisenach

Wie überall im Land, macht sich auch in Eisenach so langsam die AfD breit. So ist seit 2014 der Sprecher des Landesvorstandes in der Stadt angekommen. Stefan Möller, der in der bestehenden Legislatur ein Abgeordnetenmandat im Thüringer Landtag inne hat, öffnete in Eisenach ein Bürgerbüro der AfD. 2018 trat die Partei das erste Mal politisch in Erscheinung. Die AfD stellt zur Oberbürgermeisterwahl in 2019 einen Kanditen: Gregor Modos, derzeit Referent der AfD-Landtagsfraktion. Modos sieht als Schwerpunkt in Eisenach, die Linksextremen. Er sagte selbst: „Linksextremismus ist in Eisenach eine große Gefahr, diese tritt massiv im Stadtbild auf.“ Eines seiner Ziele im Wahlkampf ist die Ordnungsbehörde zu reformieren und mit Hunden und ehemaligen Feldjägern der Bundeswehr zu besetzen.
Am 24.4.2018 wollten Vertreter*innen der AfD, unter anderem Björn Höcke, vor dem Opelwerk in Eisenach gemeinsam mit Mitarbeiter*innen für den Erhalt des Werkes demonstrieren. Gewerkschaftsmitglieder und Mitarbeiter*innen von Opel drängten die AfD’ler ab und verwehrten ihnen den Zutritt zur Kundgebung.
Am 1. Mai 2018 organisierte die AfD in Eisenach eine große Kundgebung. Neben Redebeiträgen von Höcke und Jürgen Pohl (Mitglied im Bundestag) war auch Lutz Bachmann als Ehrengast vor Ort.
Im nächsten Jahr sind Kommunalwahlen in Eisenach und es bleibt abzuwarten, in welcher Stärke die AfD in den Stadtrat einzieht.
Das Flieder Volkshaus

Ein zentraler Ort der Begegnung organisierter Neonazis verschiedener Strömungen und Eisenacher Einwohner*innen ist das Flieder Volkshaus. Die Immobilie im Eisenacher Stadtkern wurde im Jahre 2014 von der NPD erworben und dient seither als Austragungsort für Parteiveranstaltungen, rechte Vorträge, Konzertabende und als Treffpunkt für internationale Neonazi-Strukturen wie Combat 18. So spielten hier bereits die Neonazibands Die Lunikoff Verschwörung, Oidoxie und Kategorie C, während zu anderer Zeit die vorbestrafte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck vortragen konnte.
Das Haus fungiert nebenbei auch als Landesgeschäftsstelle der NPD, wo unter anderem der ehemalige NPD-Landeschef und gebürtige Eisenacher Patrick David Wieschke verkehrt. Er ist seit den 1990er Jahren aktiver Neonazi und war Mitglied des Thüringer Heimatschutzes, der Gruppe, aus welcher der NSU hervorging. Im Jahre 2000 organisierte Wieschke einen Sprengstoffanschlag auf einen türkischen Imbiss in Eisenach. Zudem wird davon ausgegangen, dass er Kontakt zum NSU-Kerntrio hielt.
Das Flieder Volkshaus wird außerdem regelmäßig für private Veranstaltungen an die Einwohner*innen der Stadt vermietet, die dort z.B. Familienfeiern abhalten. Es gibt wenig Berührungsängste mit dem rechtsradikalen Veranstaltungszentrum und kaum Hemmungen, die Räume mit gewalttätigen Neonazis zu teilen. So werden über Hochzeiten und Kindergeburtstage die rechten Strukturen mitfinanziert.
Der NSU in Eisenach

Der NSU hatte viele Verbindungen nach Thüringen und enttarnte sich nach einem Banküberfall in Eisenach 2011 selbst. Nachdem die beiden NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in dem Eisenacher Stadtteil Stregda entdeckt wurden, begingen sie Suizid. In den Ermittlungsakten finden sich Hinweise auf lokale Neonazis, die jedoch nie weiterverfolgt wurden. Auch in diesem Zusammenhang zeigt sich, dass das Interesse der Eisenacher Einwohner*innen an den Verbindungen des NSU mit hiesigen Neonazi-Strukturen und der Einbindung des Ortes in die Verbrechen des NSU sehr gering ist. Bei der letzten Gedenkveranstaltung für die Opfer des NSU im November 2017 beteiligte sich so gut wie keine Zivilgesellschaft.
Im Flieder Volkshaus werden dagegen ungestört und unbeachtet Spenden für die Prozesskosten von André Eminger gesammelt, dessen Beteiligung am NSU inzwischen auch gerichtlich nachgewiesen ist.
Abwehr und Verharmlosung

In Eisenach zeigt sich beispielhaft, wie eine Mischung aus Gleichgültigkeit, Ignoranz und stiller sowie offener Zustimmung mitverantwortlich dafür ist, dass Rechte in Eisenach wie überall in Deutschland Aufwind haben. Diese Entwicklung wird durch ein komplexes Zusammenwirken von einzelnen Akteur*innen, gesamtgesellschaftlicher Akzeptanz und dem Herunterspielen durch staatliche Institutionen getragen.
Die Stadt Eisenach inszeniert sich als ‚reflektierte Kulturstätte‘, während zugleich rassistische und neonazistische Umtriebe als Handlungen ‚besorgter Bürger*innen‘ verharmlost werden. Im Jahr 2017 erklärte die Polizei entschlossen: „Eisenach ist kein Angstraum“, obwohl sie mehrfach zu Übergriffen hinzugerufen wurde. Dass Eisenach sehr wohl ein Ort der Angst ist, wissen die Betroffenen der Gewalt leider nur allzu gut – alle anderen interessiert es nicht.
Dies ist nicht spezifisch für Eisenach, sondern ein allzu bekanntes gesamtgesellschaftliches Muster: Rechte Gewalt wird verharmlost, die Übernahme politischer Verantwortung verweigert. Rechtstaatliches Image und deutsche Realität klaffen immer weiter auseinander.
Antifaschistisches Engagement

Doch gibt es in Eisenach seit Jahren auch Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus, Intoleranz und Ausgrenzung einsetzen – zum Beispiel das “Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach”, welches aus verschiedenen Parteien und Verbänden besteht. Regelmäßig organisiert dieses Aktionen für Vielfalt, Religionsfreiheit und gegen Faschismus. Eine parteiunabhängige, autonome Gruppe stellt die “Antifaschistische Linke Eisenach” dar. Diese organisierte in jüngster Vergangenheit eine Tanzdemonstration und versucht mit dezentralen Aktionen, den anhaltenden rechtsextremen Tendenzen etwas entgegenzusetzen. Des weiteren besitzt die Thüringer Landtagsabgeordnete Kati Engel (Die Linke) ihr Jugend- und Wahlkreisbüro “RosaLuxx.” in Eisenach. Das Büro wurde schon mehrfach Zielscheibe für politisch motivierte Sachbeschädigung. Auch gibt es viele junge, alternative Menschen, die immer wieder Opfer von gewalttätigen Übergriffen seitens rechtsextremen Gruppierungen werden. Seit kurzem existiert auch wieder eine “Linksjugend”. Auch Eisenacher Punkbands wie bspw. Gloomster engagieren sich seit Jahren gegen die anhaltenden Zustände.

Mit dem Ziel den rechten Konsens etwas entgegenzusetzen und sich trotz der ständigen Bedrohung durch Neonazis zu organisieren, kam der jährlich an wechselnden Orten im Freistaat stattfindende antifaschistische & antirassistische Ratschlag Thüringen nach Eisenach. So fand der 28. Ratschlag Anfang November 2018 statt. Die Teilnehmer*innen wurden mehrfach von mehreren stadtbekannten Neonazis angegriffen, die unter anderem mit Baseballschlägern bewaffnet waren.

In der Stadt erfahren die antifaschistischen Bemühungen wenig Rückhalt. Das CDU-Kreisvorstandsmitglied Lars-Christian Schröder beschimpfte Aktivist*innen auf Facebook gar als „linke Seuche“ und „Pack“. Nicht zuletzt daran wird deutlich, dass viele Parteipolitiker*innen nicht die gewalttätigen Übergriffe, rechten Symbole oder Neonazi-Konzerte als Bedrohung werten, sondern den Widerstand gegen diese Zustände.
Darum Eisenach

Die Eisenacher Zustände sind dabei als Spiegel gesamtgesellschaftlicher Verhältnisse und rechter Hegemonie in deutschen (Klein-)Städten zu verstehen: Neonazis verschiedener Organisationen mit etablierter Infrastruktur, rechte Dominanz in Stadtbild und Jugendkultur, regelmäßige rassistisch motivierte Angriffe auf Menschen, Einschüchterungen antifaschistischer Aktivist*innen und eine Mehrheitsgesellschaft, die davon nichts wissen will.
Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund einer autoritären Wende der gesamten Gesellschaft: steigende Zahlen rassistischer und antisemitischer Angriffe, Etablierung der AfD in allen Landesparlamenten und im Bundestag, Übernahme rechter Inhalte durch Politiker*innen von CSU bis Linkspartei (in verschiedenen Abstufungen), verschärfte Asyl- und Polizeigesetze, zunehmende Repression gegen Linke, stete Verschiebung der Grenzen des Sagbaren in Politik und Öffentlichkeit, steigende Akzeptanz für autoritäre Politik und Verschwörungstheorien…

Deshalb gehen wir am 16. März 2019 nach Eisenach, um gegen all dies zu demonstrieren: Gegen die Zustände in dieser Stadt, gegen die rechte Vorherrschaft, gegen das Schweigen der Mitte. Aber auch gegen Eisenach als ein Beispiel unter vielen, als Ausdruck der rassistischen Gesellschaft, des völkischen Friedens, des Zusammenhalts der ‚Volksgemeinschaft‘ gegen alles „Undeutsche“. Wir wollen die Antifaschist*innen vor Ort unterstützen, die lokalen Initiativen und Menschen in ihrem antifaschistischen Engagement bestärken! Sie stehen nicht allein!

Kommt nach Eisenach! Unterstützt uns! Fahrt mit uns!
Antifa in die Offensive!

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Fortsetzung #faktischabgeschafft http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/01/25/faktischabgeschafft/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/01/25/faktischabgeschafft/#comments Fri, 25 Jan 2019 14:51:29 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2019/01/25/faktischabgeschafft/ Screening: „Duvarlar-Mauern-Walls“

„Duvarlar-Mauern-Walls“ ist ein dreisprachiger Dokumentarfilm (türkisch, deutsch und englisch) des Filmemachers Can Candan.
Can Candan kommt 1991 kurz nach der deutschen Vereinigung aus den USA nach Berlin und spricht mit Angehörigen der größten dort lebenden Minderheit: Wie blicken Menschen, die selbst oder deren Eltern aus der Türkei migriert sind, auf den Mauerfall und dessen Folgen? Wie nehmen sie anwachsenden Nationalismus, rassistische Gewalt und die Asyldebatte wahr?

Can Candan, US 2000, 84 Min.

Mi., 13.02.2019, 20:00 /// Stadtteilzentrum Desi, Brückenstraße 23, Nürnberg

Vortrag & Diskussion mit Alexander Thal: „Von Balkan-Sonderlager zum ANKER-Zentrum: Bayerns Experimente mit Flüchtlingsgroßlagern“

Die Bayerische Staatsregierung hat erklärt, die politisch rechte Flanke zur AfD schließen zu wollen, und setzt dazu gnadenlos auf verschiedene Abschreckungsstrategien gegen Flüchtlinge. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Experimente mit Ankunfts- und Rückführungseinrichtungen, Transit- und ANKER-Zentren seit 2015 und die damit verursachten Folgen.

Alexander Thal ist Mitarbeiter des Bayerischen Flüchtlingsrates, einem Verein welcher sich seit 1986 für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen in Bayern und darüber hinaus stark macht.

Mi., 20.02.2019, 20:00 /// Stadtteilzentrum Desi, Brückenstraße 23, Nürnberg

Lecture & Discussion with David Jassey: „Donauwörth and organising against police violence in asylum camps”

Massive police raids in Southern German camps have recently followed a certain pattern. By focusing on the raid in the Donauwörth refugee isolation camp in Bavaria on March 14, 2018 we will analyse this state strategy and wish to discuss the possibilities of organising against it. We give inputs on refugee self-organisation, state violence in Southern German camps and the legal process against the Donauwörth refugees. The focus is on how to build practical solidarity with the victimised people and a wider networking around the issue.

David Jassey was member of the Gambian Integration Committee.

+++ This event will be held in English +++

Thu., 7 March 2019, 20:00 /// Stadtteilzentrum Desi, Brückenstraße 23, Nuremberg

#faktischabgeschafft ist eine bundesweite Veranstaltungsreihe der Kampagne #irgendwoindeutschland zu 25 Jahren Ayslrechtsverschärfung.

Weitere Informationen zu der Kampagne unter: irgendwoindeutschland.org/asylrechtsverschaerfung/

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Gedenken an Enver Şimşek http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/25/gedenken-an-enver-simsek-2/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/25/gedenken-an-enver-simsek-2/#comments Sat, 25 Aug 2018 10:30:57 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/25/gedenken-an-enver-simsek-2/ 09.09.2018 | 15:30 | Parkbucht in der Liegnitzer Straße

14:45 | Nelson-Mandela-Platz | Treffpunkt für die gemeinsame Anreise mit dem Fahrrad

Alternativ fährt um 14:53 der Stadtbus 59 von Langwasser Süd zur Oelser Str., von dort sind es nur wenige Meter in Fahrtrichtung die Straße zurück zum Tatort

Hiç unutmadık! Niemand wird vergessen!

Enver Şimşek wurde am 9. September 2000 an seinem mobilen Blumenstand in der Liegnitzer Straße regelrecht hingerichtet. Schwerstverletzt verstarb er zwei Tage später im Krankenhaus, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Der Inhaber eines Blumengroßhandels war das erste Mordopfer des Terrornetzwerks „Nationalsozialistischer Untergrund“. Nach Enver Şimşek fielen Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat dem Rassismus des NSU zum Opfer sowie die Polizistin Michèle Kiesewetter. Die rassistischen Bombenanschläge in der Gaststätte Sonnenschein in Nürnberg sowie in der Probsteigasse und auf die Keupstraße in Köln überlebten mindestens 25 weitere Menschen nur aufgrund großer Zufälle und mit zum Teil schweren Verletzungen.

Die gesellschaftliche Verantwortung für den NSU ergibt sich zum einen aus dem rassistischen Klima der 1990er-Jahre, das den Nährboden für das Entstehen militanter Neonazi-Netzwerke bildete. Zum anderen aus der rassistischen Ignoranz der deutschen Mehrheitsgesellschaft, die den eliminatorischen Rassismus des NSU begleitete. Während das Umfeld der Ermordeten früh ein rassistisches Motiv vermutete – Adile Şimşek, die Frau des Ermordeten, riet den ermittelnden Polizeibeamten dreimal „Ermittelt gegen Nazis“ –, raunten Ermittlungsbehörden, Politik, Medien und Öffentlichkeit unisono von der „Türken-Mafia“ und den „Döner-Morden“. In Täter-Opfer-Umkehr wurden die Hinterbliebenen polizeilich drangsaliert. Beispielsweise wurden Enver Şimşeks trauernder Witwe Fotos einer blonden Frau vorgelegt, mit der ihr Mann angeblich ebenfalls zwei Kinder gehabt hätte, die vierzehn Jahre alte Tochter wurde zuerst verhört, bevor sie zu ihrem sterbenden Vater gelassen wurde, die Telefone der Familie überwacht, das Auto verwanzt.

Die staatliche Verstrickung gipfelt im Agieren der deutschen Inlandsgeheimdienste: Das direkte Umfeld des NSU war mit Informanten durchsetzt, ein Verfassungsschutzmitarbeiter war beim Mord an Halit Yozgat in Kassel anwesend und nach der Selbstenttarnung im November 2011 wurden gezielt Akten vernichtet, ohne dass dies nennenswerte Konsequenzen gehabt hätte. Das dadurch schon diskreditierte Aufklärungsversprechen des deutschen Staates ist mit dem skandalösen Urteil im NSU-Prozess in München endgültig gebrochen.

Solange die Aufklärung und Auflösung des NSU-Komplexes aussteht sowie die gesellschaftlichen Bedingungen für rassistischen Terror fortbestehen, bleiben die Orte, an denen der NSU mordete und bombte, offene Wunden.
Wir rufen deshalb dazu auf, Enver Şimşek auch am 9. September 2018 wieder an der Parkbucht in der Liegnitzer Straße zu gedenken, wo ihm das Leben genommen wurde.

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Build Bridges not Walls! http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/24/build-bridges-not-walls/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/24/build-bridges-not-walls/#comments Thu, 23 Aug 2018 22:35:00 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/24/build-bridges-not-walls/ Build Bridges not Walls! – Unter diesem Motto beginnt am 25. August eine europaweite Protestwoche. Zum Auftakt gibt es eine Seebrücken-Demo in München.

Die massive Zunahme der Ertrunkenen im Mittelmeer ist unmittelbares Resultat einer rassistischen und migrationsfeindlichen Politik, wie sie in ganz Europa von Politiker_innen wie Orbán, Kurz, Salvini oder – in Deutschland – Seehofer und der CSU vorangetrieben wird. Doch nicht nur an den Grenzen, auch innerhalb Europas verschärfen sich das politische Klima und die Lebensbedingungen für Millionen Menschen, z.B. durch permanente Verschärfungen in der Asyl- und Sicherheitspolitik. In Bayern zeigt sich dies an der Schaffung einer eigenen Grenzpolizei wie einer eigenen Abschiebebehörde oder aber auch an der Einführung des extrem repressiven neuen Polizeiaufgabengesetz. Diese menschenverachtende Politik inszeniert sich als Stimme der Vernunft und als Vollstreckerin des „Volkswillens“. Doch die breiten Proteste gegen den Rechtsruck in den letzten Wochen haben gezeigt, dass Zehntausende für eine solidarische Gesellschaft auf die Straße gehen.

Beteiligt euch an den Protesten für eine Seebrücke und gegen die mörderische Grenzpolitik und zeigt Solidarität mit geflüchteten Menschen. Arbeiten wir gemeinsam daran, daraus eine breite Bewegung zu formen und eine grundlegend andere Politik durchzusetzen.
Seebrücke statt Festung Europa!

Kommt am Samstag um 14 Uhr zum Europaplatz zwischen Friedensengel und Prinzregentenplatz.

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Aktionsrückblick Seebrücke – Schafft sichere Häfen! http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/23/aktionsrueckblick-seebruecke-schafft-sichere-haefen-2/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/23/aktionsrueckblick-seebruecke-schafft-sichere-haefen-2/#comments Wed, 22 Aug 2018 22:54:59 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/23/aktionsrueckblick-seebruecke-schafft-sichere-haefen-2/ Um gegen die aktuelle Politik der europäischen Union zu protestieren, die Seenotrettung im Mittelmeer aktuell verunmöglicht, fanden während des Nürnberger Bardentreffens und des Brückenfestivals Aktionen im Rahmen der Bewegung SEEBRÜCKE statt. Während des Bardentreffens wurden Puppen mit Warnwesten auf der Pegnitz durch die Nürnberger Altstadt treiben gelassen und an der Heubrücke ein Transparent mit der Aufschrift „Seebrücke statt Seehofer“ angebracht. Außerdem wurden Flugblätter verteilt. Am Brückenfestival wurde gegenüber der Bühne ein 12 Meter langes Transparent mit der Aufschrift :“Seenotrettung ist kein Verbrechen“ angebracht und während des laufenden Festivalbetriebes Seebrücken-Konfetti von der Brücke geworfen.

Seenotrettung ist kein Verbrechen! from Schweigen durchbrechen on Vimeo.

Es entbehrt jeglicher Humanität, dass aktuell die Seenotrettung engagierter NGOs im Mittelmeer verunmöglicht wird. Kapitän Claus-Peter Reisch des Rettungsschiffes Lifeline droht derzeit eine Haftstrafe von einem Jahr, nachdem er mit seiner Crew auf ihrer letzten Mission etwa 450 Menschen gerettet hat. Mit dem fadenscheinigen Argument, die Registrierung des Schiffes sei unzulässig gewesen, wird ihm der Prozess gemacht. Dabei ist er nur ein Bauernopfer des Rechtsrucks in der Politik in ganz Europa, die Migration nach Europa – abgesehen von wirtschaftlich verwertbaren Personen – verunmöglichen will und billigend den Tod von hunderten Menschen jeden Monat in Kauf nimmt. In vorderster Front steht für uns hierbei der deutsche Innenminister Horst Seehofer, der fleißig an der weiteren Abschottung der EU arbeitet und damit die politische Verantwortung für die Toten im Mittelmeer mitträgt. Hinzu kommt die Verantwortung für die Schaffung der zukünftigen Ankerzentren. Wir hätten aber beispielsweise auch „Seebrücke statt Söder“ auf unser Transparent schreiben können. Der bayerische Ministerpräsident hatte erst letzten Freitag das „Landesamt für Asyl und Rückführung“ eingeweiht – ein Landesamt, dass faktisch nur für den Ausbau von Abschottung und die Erhöhung von Abschiebungen zuständig ist. Wir fordern, einzustehen für ein solidarisches Zusammenleben und das Recht auf globale Migration. Wir fordern die Schaffung sicherer Fluchtwege, damit Geflüchtete nicht mehr auf Gedeih und Verderb SchlepperInnen ausgeliefert sind. Wir werden weiter gegen rassistische Stimmungsmache und nationalistische Mobilisierung vorgehen. Wir wollen die Akteure der Abschottung angehen, seien sie institutionell oder politische Parteien wie die CSU oder die AfD. Uns geht es um nichts weniger als eine Welt ohne Grenzen, in der wir ohne Angst verschieden sein können.
Seebrücke – Schafft sichere Häfen

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Seebrücke statt Festung Europa http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/03/seebruecke-statt-festung-europa/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/03/seebruecke-statt-festung-europa/#comments Fri, 03 Aug 2018 15:32:21 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/08/03/seebruecke-statt-festung-europa/
Im Rahmen des Day Orange von Seebrücke – Schafft sichere Häfen! finden am 4. August bundesweit Demonstrationen und Aktionen statt. In Nürnberg ruft die Interventionistische Linke zu einer Kundgebung auf.

••• Zieht euch orange an & kommt am 04.08. um 15 Uhr zum Parkplatz Norikerstraße, direkt am Wöhrder See •••

Lasst uns Farbe bekennen: In Solidarität mit Flüchtenden & Seenotrettenden. Gegen die Festung Europa & ihre Fans.

Hier der Aufruf der NIKA-Kampagne für eine Beteiligung am bundesweiten Day Orange am 04.08.2018 und darüber hinaus:

In den vergangenen Wochen sind über 50.000 Menschen unter dem Motto “Seebrücke – schafft sichere Häfen” auf die Straße gegangen. Der Grund für die Demonstrationen in allen deutschen Groß- und den meisten Kleinstädten ist die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer: Seit Beginn des Jahres sind über 1000 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Dass es nicht noch viel mehr waren, ist Schiffen wie der Sea Watch oder der Mission Lifeline zu verdanken, die nun festgesetzt und deren Besatzng kriminalisiert werden. Dabei ist die private Seenotrettung inzwischen der einzige Hoffnungsschimmer für die vor Armut und Verfolgung Geflohenen. Denn die maroden Schlepperboote bringen kaum jemanden sicher an die Küsten der EU. Wer Glück hat, wird von einem der Schiffe der NGOs vor dem Ertrinken gerettet und in den Hafen einer der südlichen EU-Staaten gebracht, um dort einen Asylantrag stellen zu können. Wer Pech hat, der ertrinkt oder wird von den EU-finanzierten Frontextschiffen den Folterbanden der lybischen Küstenwache zurückgegeben.

Das gemeinsame Projekt der Herrschenden in der EU ist die Abschottung. Im Rahmen der letzten Nationalwahlen vieler europäischer Mitgliedstaaten haben es erneut rechte und faschistische Parteien an die Regierung geschafft. Da wundert es nicht, dass eine neofaschistische Regierung in Italien kurz nach ihrem Regierungsantritt verkündet: jetzt ist Schluß und die Seenotrettungschiffe nicht mehr anlegen lässt. Bei den Treffen der europäischen Innenminister in Innsbruck des bergdeutschen Kurz, dem bayuvarischen Menschenfeind Seehofer und anderer Chefschweine wird derweil fleißig weiter an den endlich wasserdichten Grenzen der Festung Europa gebastelt.

Diese Entwicklungen sind als Teil des europäischen Rechtsrucks zu begreifen, der Humanität und Menschenrechte einer eskalierenden Faschisierung opfert. Umso begrüßenswerter ist es, dass sich in den letzten Wochen immer mehr Menschen gegen das Sterbenlassen an den europäischen Grenzen organisieren.
Dass NGOs staatliche Aufgaben übernehmen und dafür dann kriminalsiert werden, ist das Ergebnis einer fortwährenden Abschottungspolitik nach außen und der autoritären Formierung im Innern. Die Schuld lediglich bei den genannten Innenminstern zu suchen, würde daher zu kurz greifen. Es sind eben auch die bürgerlichen Parteien von SPD, Grünen und Teilen der LINKEN, die aus Opportunismus oder Kalkül Schritt für Schritt den autoritären Umbau dieser Gesellschaft mit vorantreiben. Abschiebungen in Kriegsgebiete, Ankerzentren und damit die weitgehende Isolation Geflüchteter vom gesellschaftlichen Leben sowie deren Überwachung und Kriminalsierung, sind Ausdruck einer autoritären Formierung, die sich durch die gesamte Gesellschaft zieht. Die Mehrheitsgesellschaft bekommt sie in Form der neuen Polizeigestze zu spüren.

Im Rahmen der Proteste gegen das neue Polizeigesetz in Bayern und NRW gibt es nun aber eine breit getragene Bewegung, die der fortschreitenden Militarisierung im Innern und der autoritären Behandlung sozialer Konflikte entgegentritt. Auch gegen die Abschottung nach außen formiert sich von weiten Teilen der Gesellschaft getragener Widerstand: Im Rahmen der Seebrücken-Bewegung gehen seit Wochen Zehntausende auf die Straßen und zeigen mit der Farbe Orange ihre Solidarität mit den Geflüchteten auf dem Mittelmeer und ihren Rettern. Der Schlüssel zum Erfolg für den Widerstand gegen den Rechtsruck liegt in der Verbindung der Bewegungen.

Im Rahmen von NIKA rufen wir dazu auf, sich an diesen Bewegungen zu beteiligen. Macht die Farbe Orange im Stadtbild sichtbar, zeigt mit kreativen Aktionen die Verantwortung der bürgerlichen Parteien und nehmt an den Seebrücke-Demonstrationen teil. Der entschlossene Druck von links ist die einzige Grenze, an der die autoritäre Formierung gestoppt werden kann. Möglichkeiten aktiv zu werden gibt es aktuell genug. Im Rahmen des Day Orange kommenden Samstag wird es bundesweit Demonstrationen und Aktionen geben.

Stoppt das Morden an Europas Mauern! Kampf dem Rechtsruck!

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Kein Schlussstrich http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/07/05/kein-schlussstrich/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/07/05/kein-schlussstrich/#comments Thu, 05 Jul 2018 14:05:28 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/07/05/kein-schlussstrich/ Am 11. Juli gemeinsam mit dem Zug nach München zur Demonstration zur Urteilsverkündung im NSU-Prozess:

• Nürnberg – 14:30 Uhr, Mittelhalle Nürnberg Hauptbahnhof am Infopoint
• Erlangen – 13:45 Uhr, Bahnhof

Das Ende des NSU-Prozesses ist nicht das Ende der Auseinandersetzung mit dem NSU und der Gesellschaft, die ihn möglich machte. Unter dem Motto “Kein Schlussstrich” mobilisiert das Bündnis gegen Naziterror und Rassismus für den Tag, an dem das Urteil verkündet wird, vor das Oberlandesgericht. Fahrt mit uns zur Demonstration nach München!

• Aktuelle Infos & den Aufruf findet ihr hier
• Eine Übersicht über einige der dezentralen Aktionen am Tag X hier

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Gegen den Bundesparteitag der AfD in Augsburg http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/06/22/gegen-den-bundesparteitag-der-afd-in-augsburg/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/06/22/gegen-den-bundesparteitag-der-afd-in-augsburg/#comments Fri, 22 Jun 2018 14:21:23 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/06/22/gegen-den-bundesparteitag-der-afd-in-augsburg/ Gemeinsam – Entschlossen – Solidarisch!

Am 30. Juni und 1. Juli will die Alternative für Deutschland ihren Bundesparteitag in Augsburg abhalten. Während die AfD munter weiter daran arbeitet, mit ihrer durchweg menschenfeindlichen Agenda mehr gesellschaftliche Macht zu erlangen und sich mit besten Aussichten auf zweistellige Ergebnisse auf die bayerische Landtagswahl im Herbst vorbereitet, versucht die CSU nervös rechte Wähler_innen (zurück) zu gewinnen. Getrieben von der Sorge, nach 61 Jahren an der Regierung die absolute Mehrheit im Landtag zu verlieren, soll mit der Inszenierung eines starken Staats, rassistischen Parolen und lächerlichen Kreuz-Debatten das “konservative Profil” der Partei geschärft werden. Dabei ist der rechte Schlagabtausch zwischen AfD und CSU kein rein rhetorischer. Angriffe auf die Rechte von Geflüchteten, etwa durch die Einführung sogenannter Anker-Zentren und autoritärer Staatsumbau á la PAG-Verschärfung oder Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz sind Ausdruck hiervon. Dass sich die AfD weder selbst zerlegen, noch durch verständnisvolle Gesprächsangebote “entzaubern” bzw. entlarven lassen wird, sollte dabei klar sein. Wer die AfD wählt, tut das nicht trotz, sondern wegen ihrer rassistischen, sexistischen und antisemitischen Inhalte und wer mit Rechten reden will, normalisiert dadurch genau diese Positionen. Wenn die Augsburger Polizei also den größten Einsatz ihrer Geschichte inszeniert, um der AfD einen störungsfreien Ablauf ihres Parteitags zu garantieren, werden wir nicht nur deutlich machen, dass offene Menschenverachtung keine legitime Position wie jede andere ist. Wir werden auch unsere eigenen emanzipatorischen Inhalte offensiv und solidarisch auf die Straße tragen.

Kommt am 30. Juni nach Augsburg! Gegen den AfD-Bundesparteitag!
Nationalismus ist keine Alternative! Für die befreite Gesellschaft!

Morgens: Kundgebung und Aktionen an der Messe
Nachmittags: NIKA-Block auf der Großdemonstration

Aktuelle Infos finden sich bei NIKA Bayern.

Für die Anreise empfehlen wir die gemeinsame Busanreise des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Nürnberg zu nutzen. Info dazu finden sich hier.

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Niemand wird vergessen – Hiç unutmadık http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/06/13/niemand-wird-vergessen-hic-unutmadik/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/06/13/niemand-wird-vergessen-hic-unutmadik/#comments Wed, 13 Jun 2018 13:24:19 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/06/13/niemand-wird-vergessen-hic-unutmadik/

Wir gedenken Abdurrahim Özüdoğru, der heute vor 17 Jahren, am 13. Juni 2001, in seiner Änderungsschneiderei in Nürnberg vom NSU ermordet wurde.

Abdurrahim Özüdoğru kam aus Yenisehir, gelegen in der Marmararegion in der nordwestlichen Türkei, anfang der 1970er nach Deutschland. 1980 heiratete er, 1982 wurde seine Tochter geboren.
Im Jahr seines Todes war er als Maschinenschichtarbeiter für die „Diehl Stiftung” tätig und führte eine Änderungsschneiderei, die er mit seiner Frau aufbaute und nach der Scheidung 1998 übernahm. Abdurrahim Özüdoğru wurde nur 49 Jahre alt und hinterlässt eine damals 19-jährige Tochter.

Um an dieser Stelle die Angehörigen selbst zu Wort kommen zu lassen, sei aus der Rede seiner Tochter im Zuge der Nebenklageplädoyers zitiert:

„Mein Vater lebte bereits schon 29 Jahre in Deutschland, als diese Tat passierte. Ein junger Mann, der aufgrund seiner guten schulischen Leistungen ein Stipendium für ein Studium in Deutschland erhielt und so 1972 an der Universität Erlangen das Studieren begann. Ein Mann, der seine gesamte Jugend hier in Deutschland verbracht und viele deutsche Freunde hatte, ein Mann, der mit der deutschen Kultur und ihren Menschen zusammengeschmolzen war. Dieser Mann, mein geliebter Vater, wurde in einem Erste-Welt-Land, in dem ökonomisch und technisch hochentwickelten modernen Deutschland […] ermordet. […] Mein Vater wurde Opfer von Hass und Gewalt, Opfer von Verharmlosung rechter Gewalt.
[…]
Das Ziel, die Gesellschaft auseinander zu dividieren, das haben Sie [Beate Zschäpe, Anm. d. Verf.] allerdings deutlich verfehlt. Und Sie haben es auch nicht geschafft, Menschen wie mich aus diesem Land heraus zu ekeln. Im Gegenteil jetzt sind wir alle, sowohl Deutsche als auch ausländische Mitbürger, die in diesem Land ihre Lebenszeit verbringen, sensibilisierter denn je. Es ist mein Heimatland. Ich bin eine deutsche junge Frau mit ausländischen Wurzeln, die in diesem Land geboren ist, und fremd fühlt sich hier schon längst niemand mehr.
[…]
Es ist ein Schatten auf Deutschland gefallen. Es ist die Aufgabe von allen zuständigen Behörden und Institutionen, diesen Schatten wegzuwischen und den Familien inneren Frieden zu schenken. Leider bin ich auch, wie die anderen Opferangehörigen, der Meinung, dass dies nicht ausreichend geschehen ist. Die lückenlose Aufklärung der Hintergründe wurde nicht wie versprochen erfüllt. Es war auch gesellschaftlich eine wichtige Chance gewesen, um gefährliche Strukturen zu unterbinden und auch das hinterlassene negative Bild in der Öffentlichkeit zu korrigieren. Vor allem in diesem Punkt richten sich meine Worte nicht nur an die Gerichtsverhandlung, sondern auch an alle zuständigen Behörden und Institutionen. Dies ist eine ernstzunehmende Verantwortung von allen und darf nicht missachtet werden.“¹

Auch wir sehen – trotz der bemerkenswerten Arbeit der Nebenklagevertreter*innen – nach 5 Jahren dem baldigen Ende des Prozesses ohne Hoffnung auf Aufklärung entgegen.
Das Ende des NSU-Prozesses ist nicht das Ende der Auseinandersetzung mit dem NSU und der Gesellschaft, die ihn möglich machte. Unter dem Motto “Kein Schlussstrich” mobilisiert das Bündnis gegen Naziterror und Rassismus für den Tag X – dem Tag, an dem das Urteil verkündet wird – vor das Oberlandesgericht. Fahrt mit uns zur Demonstration nach München! Zugtreffpunkt Nürnberg – 14:30 Uhr, Mittelhalle Nürnberg Hauptbahnhof am Infopoint.
Kein Schlussstrich – Son söz henüz söylenmedi – όχι τέλιkη ypaμμη – No closure!
Den NSU-Komplex aufklären und auflösen!

Des Weiteren wird es heute um 16.15 Uhr eine Gedenkkundgebung für Abdurrahim Özüdoğru am Tatort Ecke Siemens-/Gyulaer Straße geben. Wir möchten euch dazu aufrufen, zahlreich zu kommen und Abdurrahim Özüdoğru zu gedenken!

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Reihe: Feminismus oder Barbarei http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/04/25/reihe-feminismus-oder-barbarei/ http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/04/25/reihe-feminismus-oder-barbarei/#comments Wed, 25 Apr 2018 14:55:37 +0000 Administrator Allgemein http://schweigendurchbrechen.blogsport.de/2018/04/25/reihe-feminismus-oder-barbarei/

Die Veranstaltungsreihe FEMINISMUS ODER BARBAREI hat einen Hintergrund und ist mit einer Hoffnung verbunden. Der Hintergrund sind die zunehmenden Angriffe auf die gesellschaftlich erkämpften Errungenschaften im Geschlechterverhältnis, die sich weltweit beobachten lassen. Weil wir Feminismus als Basis gesellschaftlicher Emanzipation begreifen, ist es für uns unabdingbar, in diesen Zeiten umso energischer für die Selbstbestimmung von Frauen* einzutreten. Die Entwicklung sinnvoller Gegenstrategien braucht eine gründliche Analyse der Akteure des Antifeminismus und der gesellschaftlichen Verhältnisse, die diese hervorbringen. Hierzu will die Veranstaltungsreihe einen Beitrag leisten wie auch in der gemeinsamen Diskussion Perspektiven für eine praktische Kritik der Verhältnisse entwickeln.
Mitveranstalter ist der Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung in Bayern e.V., Kooperationspartner der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

+++UPDATE: Die Veranstaltung „Antisemitismus in feministischen Kontexten – Vortrag von Merle Stöver“ muss verschoben werden. Sobald ein fester Nachholtermin vorhanden ist, wie dies auf unserer Website sowie unserer Facebookseite zu lesen sein.+++

25.4., 19:30 Uhr: Born in Flames – Film + Diskussion mit Dr. Katharina Gerund (Amerikanistik – FAU Erlangen-Nürnberg) im Casablanca Filmkunsttheater

BORN IN FLAMES spielt in der Zukunft — zehn Jahre nach einer sozialistischen Revolution in den USA. Auch in diesem alternativen Amerika hat sich für Frauen nichts geändert: Unterdrückung, alltägliche Diskriminierung, sexuelle Übergriffe, Doppelbelastung — den Frauen reicht es. Sie verbünden sich quer zu sozialen, ethnischen, kulturellen oder sexuellen Identitäten und nehmen den Kampf auf. Der Film stellt die Frage, ob die Unterdrückung der Frauen jemals, in einem irgendwie gearteten sozialen System, ein Ende finden wird. Die Antwort ist eindeutig: die Frauen greifen zu den Waffen…
Lizzy Bordens einflußreicher Film von 1983 ist Dokument und Utopie zugleich. Ausgehend von der feministischen Bewegung der 1970er Jahre, wagt er einen Ausblick auf die Zukunft (also auch unsere heutige Gegenwart) und stellt zeitlose Fragen nach Machtverhältnissen und weiblicher Solidarität. Ein Film von provokativer, mitreißender Energie. Unter den Schauspielerinnen finden sich u. a. mit Adele Bertei („Susan… verzweifelt gesucht“) und der späteren ersten weiblichen Regie-Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow („Strange Days“, „Zero Dark Thirty“) außerdem einige bekannte Gesichter am Beginn ihrer Filmkarriere wieder.

23.5., 20 Uhr: Selbstbestimmung als Norm. Feminismus, Pränataldiagnostik, Abtreibung – Vortrag von Kirsten Achtelik im Zentralcafé im K4

Sollen Feministinnen jede Art von Abtreibung verteidigen? Können diesbezügliche Entscheidungen überhaupt selbstbestimmt getroffen werden? Welches Wissen entsteht durch pränatale Untersuchungen? Dienen sie der Vorsorge oder sind sie behindertenfeindlich? Der Vortrag lotet das Spannungsfeld zwischen den emanzipatorischen und systemerhaltenden Potenzialen des feministischen Konzepts der Selbstbestimmung in Bezug auf Abtreibung aus und nimmt Bezug auf aktuelle Debatten um reproduktive Rechte, die mit den zunehmenden Aktivitäten von »Lebensschützern« wieder aufflammen. Zugleich geht es darum, die Gemeinsamkeiten und Konflikte der Frauen- und der Behindertenbewegung sowie die inhaltlichen Differenzen zwischen Frauen mit und ohne Behinderung deutlich zu machen. Und um die dringend zu klärende Frage, wie ein nicht-selektives und nicht-individualisiertes Konzept von Selbstbestimmung gedacht und umgesetzt werden kann.
Kirsten Achtelik ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin und lebt als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind u.a. feministische Theorien und Bewegungen, Schnittstellen mit andern sozialen Bewegungen v.a. der Behindertenbewegung und Kritik der Gen- und Reproduktionstechnologien.

29.5, 20 Uhr: »Deutschland treibt sich ab«. Organisierter ›Lebensschutz‹, christlicher Fundamentalismus und Antifeminismus – Vortrag von Eike Sanders im Projekt 31

Der christliche Antifeminismus und die expliziten Anti-Abtreibungsorganisationen drängen mit ihren Kampagnen in die Öffentlichkeit. Dabei können sie sich auf gesellschaftliche Diskurse berufen, die auch von anderen Gruppen bestimmt werden: Das rechtskonservative bis neurechte Spektrum von den „Christdemokraten für das Leben“ bis zur extrem rechten Zeitung „Junge Freiheit“ sehen die Demografiepolitik und eine Restauration konservativer Werte und Familienbilder als ihr Agitationsfeld. Das religiöse Spektrum verteidigt eine vermeintlich natürliche, gottgewollte „christliche“ Ordnung. Der Antifeminismus formiert sich im Kampf gegen Gender Mainstreaming und reproduktive und sexuelle Rechte. In der Veranstaltung wollen wir nicht einzelne Neonazis in den Spektren herauspicken, sondern das antidemokratische Potenzial der Argumentationen herausarbeiten: Die Befürwortung eines homogenen Staatsvolkes, das biologistische Menschenbild, Antikommunismus, Antifeminismus und den Angriff auf die 68er-Bewegung mit all seinen normierenden, ausschließenden und antiemanzipativen Forderungen.
Eike Sanders ist Mitarbeiterin des antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum in Berlin (apabiz e.V.). Sie ist Mitautorin der Bücher Kulturkampf und Gewissen. Medizinethische Strategien der »Lebensschutz«-Bewegung (2018) und »Deutschland treibt sich ab«. Organisierter ›Lebensschutz‹, christlicher Fundamentalismus und Antifeminismus (2014).

14.6., 20 Uhr: Rape Culture – Vortrag von the future is unwritten im Stadtteilzentrum Desi

“Rape Culture” thematisiert sexualisierte Gewalt als ein strukturelles Problem der Gesellschaft, in der wir leben. Im Fokus der Untersuchung stehen v.a. Europa und die USA. Außerdem beschäftigt sich der Vortrag explizit mit dem Phänomen männlicher Gewalt gegen Frauen*. Mit dem Begriff Vergewaltigungskultur soll deutlich gemacht werden, dass es in der Gesellschaft inhärente Strukturen gibt, die Vergewaltigungen verharmlosen, vertuschen und damit dazu beitragen, dass sie weiterhin und in solch großer Zahl stattfinden. Durch die Untersuchung von gesellschaftlichen Mechanismen wie Tabuisierung von Übergriffen, Street Harassment, Objektivierung von Frauen, Täter-Opfer-Umkehr, und den an Frauen gelegten Doppelstandard, soll aufgezeigt werden, dass sexualisierte Gewalt kein Einzelfall ist, sondern strukturell in unserer patriarchalen Gesellschaft verankert ist. Der Vortrag im Ganzen hat einen einführenden Charakter. Zum Ende werden verschiedene Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie wir dieser Gesellschaft entgegentreten können. Obwohl der Vortrag sich mit sexualisierter Gewalt auseinandersetzt, soll er empowernd wirken. Er soll für das Problem sensibilisieren und dazu beitragen, dass Frauen*, aus ihrer Ohnmacht treten und anfangen organisiert gegen den sexistischen Normalzustand vorzugehen.
the future is unwritten ist eine linksradikale Gruppe aus Leipzig und organisiert in …ums Ganze!

Antisemitismus in feministischen Kontexten – Vortrag von Merle Stöver im Projekt 31

Feminismus stellt eine gesellschaftliche Notwendigkeit dar und muss immer Teil einer Gesellschaftsanalyse- und Kritik sein. Doch mit Blick auf gesellschaftliche Missstände sehen wir das Fortleben antisemitischer Ideologie, die weder vor linken Kontexten noch vor feministischen Gruppierungen und ihren Gesellschaftstheorien Halt macht. Daher gilt es, die Frage, ob es unter Feminist*innen bzw. im Feminismus Antisemitismus gibt, näher zu untersuchen. Dafür soll sowohl ein historischer Abriss der deutschen Frauen*bewegungen bzw. der feministischen Debatten gegeben werden, es wird der Blick auf aktuelle feministische „Ikonen“ und neue feministische Bündnisse und Theorien gelenkt um anschließend die Frage zu besprechen, ob es Parallelen und strukturelle Gemeinsamkeiten zwischen antisemitischer Ideologie und feministischen Theorien gibt.

7.7., 14 Uhr: #bodypositivity und Instagram — Workshop von Carmen Westermeier im Selbstverwalteten Zentrum Wiesengrund/ Erlangen

Instagram hat Facebook längst überholt – gestylte Blogger_innen haben die Plattform fest im Griff und Werbung grinst uns ungewollt ins Gesicht. Mit Hashtags arbeiten viele User_innen für mehr Klicks. #bodypositivity ist einer davon. Carmen Westermeier machte sich mit einer kleinen Umfrage auf die Suche nach Gründen und Motivationen der Hashtag-Verwenderinnen und versucht in dem Vortrag einen Überblick zu geben. Eigene Ansichten und Wirkungen des bodypositivity-Phänomens werden mit Erfahrungen anderer Instagrammer_innen verglichen. Ein positiv und doch kritischer Overview.

13.9., 20 Uhr: Das Patriarchat ist tot, es lebe das Patriarchat?! Ein Plädoyer für die Anliegen des klassischen Feminismus – Vortrag von Koschka Linkerhand im Stadtteilzentrum Desi

Dass die Rede vom Patriarchat gegenstandslos geworden sei, ist eine gängige Diagnose von gesellschaftskritischer und auch genderbewegter Seite, die angesichts der mittlerweile umfassenden Gleichstellung der Frau in der westlichen Hemisphäre auf der Hand zu liegen scheint: Frauen seien berufstätig und selbstbestimmt, ihre Lebensrealitäten zeichneten sich durch eine ungemeine Vielfalt aus und das Kapital mache sowieso alle gleich.
Die Frau als politisches Subjekt gilt zunehmend als Anachronismus und wird entweder dem Heer neoliberaler Arbeitskraftbehälter subsumiert oder, mit identitätspolitischem Fokus, zu FrauenLesbenTrans* etc. erweitert.
Doch nach wie vor ist das Zweigeschlechtersystem ein nicht wegzudenkendes Strukturprinzip der Gesellschaft: Menschen werden wie eh und je in Männer und Frauen unterteilt und zu solchen sozialisiert. Das Patriarchat als Analysekategorie vor allem der Zweiten Frauenbewegung bezeichnet die Herrschaft von Männern bzw. – unter den Vorzeichen der abstrakten Wertvergesellschaftung – eines männlichen Prinzips, wie sie innerster Bestandteil nicht nur der abendländischen Kultur ist.
Sollte dieses Geschlechterverhältnis heutzutage, neuerer linker Theorie gemäß, nicht mehr herrschaftlich verfasst sein? Fördert die Leugnung eines patriarchalen Gefälles in der Gesellschaft nicht letztlich das ungebrochene Fortwirken der patriarchalen Ideologie – wirft es nicht vor allem Frauen mit ihrer Vielzahl an geschlechterspezifischen Problemen, die sie ihrer Sozialisation verdanken, in die Vereinzelung zurück, wenn wir aufhören, die Besonderheiten weiblicher Subjektbildung zu analysieren und zu kritisieren?
Mehr: http://linkerhand.blogsport.eu

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