Würzburg: Naziaufmarsch am 18.02. verhindern

Am 18. Februar will die neonazistische Kleinstpartei „Der III. Weg“ im unterfränkischen Würzburg unter dem Motto „Ein Licht für Dresden“ einen „Gedenkmarsch“ durchführen. Dabei sollen die alliierten Luftangriffe auf Dresden ab dem 13. Februar 1945 zu einem „Bombenholocaust“ umgedeutet werden. Eine „unschuldige Stadt“ war weder Dresden noch das ebenfalls bombardierte Würzburg. Deutsche Täter*innen sind keine Opfer, Naziaufmärsche müssen verhindert und Geschichtsrevisionismus angegriffen werden.

Fahren wir am 18.02. nach Würzburg und machen den „Dritten Weg“-Aufmarsch unmöglich!

München: Pegida den Geburtstag vermiesen

Antifaschistische Demo am 16.1.2017 in München | Zugtreffpunkt aus Nürnberg ist Punkt 15 Uhr die Mittelhalle des Hauptbahnhofs. Aktuelle Infos gibts hier.

Seit mittlerweile zwei Jahren marschiert der lokale Pegida-Ableger fast wöchentlich in der Münchner Innenstadt auf. Wenngleich die Münchner Pegida-Märsche von Anfang an stark durch Neonazis mitgeprägt waren, so bemühten sich die Organisator*innen doch eine ganze Weile lang, ein bürgerliches Image aufrecht zu erhalten. Zwar durften bekannte Protagonist*innen der lokalen Neonazi-Szene und sogar verurteilte Rechtsterroristen in vorderster Reihe stehen und den Ausdruck entscheidend gestalten, doch betonte Pegida-München mit Nazis nichts am Hut zu haben. Seit einigen Wochen ist damit endgültig Schluss. Mit der Aufwartung Heinz Meyers bei einer Kundgebung des „III. Weg“, den regelmäßigen Reden von Neonazis wie Dan Eisig, des BIA-Stadtrats Karl Richter und der Moderation durch den verurteilten Nazi-Gewalttäter Lukas Bals ist vom bürgerlichen Image kaum noch etwas übrig.

Pegida-München ist Teil eines gesamtgesellschaftlichen Klimawandels, in dem rechte Massenmobilisierungen und Organisationen mittlerweile auch Parteien links der AfD vor sich her treiben. Während Übergriffe und brennende Geflüchtetenunterkünfte zur Normalität geworden sind, bringen die Regierenden von CSU bis Grüne einen rassistischen Gesetzesentwurf nach dem anderen auf den Weg. Beispiele hierfür sind die Konstruktion „sicherer Herkunftsstaaten“ oder zahlreiche Asylrechtsverschärfungen. Die CSU tat und tut sich hierbei besonders hervor, etwa mit dem bayerischen Integrationsgesetz, das Geflüchtete pauschal kriminalisiert und vom öffentlichen Leben noch stärker als bisher ausschließt. Der gesellschaftliche Rechtsruck lässt sich nicht ohne die seit fast zehn Jahren andauernde Krise des Kapitalismus und damit einhergehende Abstiegsängste verstehen.

Kam es bei den ersten Pegida-Aufmärschen noch zu Gegenkundgebungen mit mehreren zehntausend Teilnehmer*innen, interessieren sich Stadt und Zivilgesellschaft mittlerweile kaum noch für die wöchentlichen Naziaufmärsche. Jenseits der medialen Aufmerksamkeit bemüht sich die Polizei den Rassist*innen den Weg freizuprügeln und überzieht Antifaschist*innen mit Repression. Zwei Jahre sind zwei Jahre zuviel! Für eine solidarische Gesellschaft jenseits von Rassismus, Ausgrenzung und Ausbeutung!

Kommt zur am 16. Januar 2017 zur antifaschistischen Demonstration gegen den 2. Geburtstag von Pegida-München!

In Gedenken an Shlomo Lewin & Frida Poeschke

Gedenkkundgebung in Erlangen am 19.12. um 17 Uhr, Nürnberger Straße Ecke Südl. Stadtmauerstraße

Zugtreffpunkt aus Nürnberg ist um 16:30 Uhr die Mittelhalle des Hauptbahnhofs.

Der Aufruf der Gruppe Antithese:

Vor 36 Jahren, am 19. Dezember 1980 wurde das Paar Shlomo Lewin und Frida Poeschke in ihrem Wohnhaus in Erlangen Opfer eines antisemitischen Attentats. Der mutmaßliche Täter Uwe Behrendt war Teil der rechtsradikalen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ (WSG), die im Zusammenhang mit mehreren Terroranschlägen im Nachkriegsdeutschland steht. Der Rabbiner Lewin war Holocaustüberlebender und engagierte sich gemeinsam mit Poeschke öffentlich für den Wiederaufbau jüdischen Lebens in Franken. Er initiierte die Etablierung einer jüdischen Gemeinde in Erlangen. Auch deswegen wurden sie wohl Ziel des tödlichen Attentats. Nach seiner Ermordung dauerte es bis 1997 bis es wiederum zur Gründung einer jüdischen Gemeinde in Erlangen kam. Die darauffolgenden Reaktionen von Gesellschaft und Ermittlungsbehörden waren beispielhaft für die Zustände im Post-NS-Deutschland für den Umgang mit rechtem Terror: Fehlender Wille seitens der Polizei Ermittlungen in Neonazikreisen zu führen, die stete Verharmlosung des rechten Terrors der WSG durch die regierende CSU und eine nicht vorhandene Auseinandersetzung oder Anteilnahme charakterisierten die Stimmung in der Bevölkerung und in den Ermittlungsbehörden. Statt sich offen mit antisemitischen Tendenzen und Gewalttaten in der Gesellschaft auseinanderzusetzen wurde in Richtung eines Einzeltäters ermittelt und die Morde gerieten in der öffentlichen Wahrnehmung schnell in Vergessenheit. Gerade wegen der Tabuisierung antisemitischer Äußerungen und Taten in der BRD fand eine umfassende, geschweige denn kritische Auseinandersetzung nicht statt. Vielmehr wurde Antisemitismus, wenn dieser offen zu Tage trat gerade nicht als solcher benannt und damit verharmlost. Ohne einen umfassenden Begriff von Antisemitismus, der auch jeweils aktuelle Entwicklungen integriert, kann kein Bewusstsein von dessen Gewaltpotential entwickelt und seinem Ausmaß etwas entgegengesetzt werden. Das antisemitische Ressentiment ist eben nicht wie zu meist angenommen ein neonazistisches oder islamistisches Phänomen, sondern zieht sich durch die ganze Gesellschaft. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Antisemitismus muss notwendigerweise Teil eines Erinnerns an die Opfer antisemitischer Gewalt sein. Dies bedarf eines kritischen Gedenkens, welches die Umstände in denen solche Taten begangen werden können und deren antisemitischen Charakter mit einbezieht, so wie das staatliche und gesellschaftliche Versagen benennt. Im Unterschied zum staatlichen Gedenken das immer daran interessiert sein muss das Bestehende zu legitimieren, gilt es instrumentelle Formen des Gedenkens auszumachen und zu kritisieren. Für ein tatsächliches Ende von antisemitischer Gewalt bedarf es der Kritik und letztlich der Veränderung der Gesellschaft, in der diese Gewalt angelegt ist. Die Gewalttaten, sowie deren Opfer dürfen nicht vergessen werden.

Deswegen wollen wir am 19.12. Frida Poeschke und Shlomo Lewin gedenken.

Gegen jeden Antisemitismus!

Antifaschismus – legitim und notwendig

Am Samstag, dem 17.12., startet um 16 Uhr am Jakobsplatz eine Demo gegen staatliche Repression gegen Antifaschist*innen. Den Aufruf gibts hier.
Am 19.12. wird dann ab 8 Uhr vor und ab 8 Uhr 30 im Justizgebäude Nürnberg ein Prozess gegen einen Antifaschisten solidarisch begleitet, der gemeinsam mit anderen kreativ gegen einen Infostand der AfD in der Nürnberger Innenstadt protestierte. Symbolisch wurde versucht diesen mit Stacheldraht einzuzäunen.

Raus auf die Straße gegen Repression und Rassismus & rein in den Gerichtssaal, wenn Genoss*innen auf der Anklagebank sitzen!

Brexit und Co. – oder die Fata Morgana des „fortschrittlichen“ Nationalismus

Die Abstimmung über den sogenannten Brexit und das schon zwei Jahre frühere schottische Referendum zur Loslösung von Großbritannien markierten zwei markante Höhepunkte der nationalistischen Welle, die derzeit über Europa hinwegrollt. Im laufenden Krisenprozess suchen immer mehr Menschen Zuflucht in der imaginierten Gemeinschaft der Nation. Obwohl aber eigentlich klar sein müsste, dass der Nationalismus nichts als die Unfreiheit darstellt, findet dieser auch auf (vermeintlich) linker Seite zunehmend Befürworter. Josh Robinson setzt sich anhand der beiden Referenden in UK mit diesen Entwicklungen auseinander und erklärt, weshalb der „fortschrittliche“ Nationalismus die Linke immer wieder verlockt.

Josh Robinson lehrt kritische Theorie und Literaturwissenschaft an der Universität Cardiff.

Eine Veranstaltung der Gruppe Krisis und der antifaschistischen initiative [das schweigen durchbrechen]

Wann: Montag, 12. Dezember 2016, 19:30 Uhr
Wo: Stadtteilzentrum DESI, Brückenstr. 23, Nürnberg